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KARLSRUHE (awp international) - Stromkunden müssen sich nach Einschätzung des Energieversorgers EnBW auf Jahre hinaus auf saftige Preiserhöhungen einstellen. In den nächsten Jahren würden die Preise "in der Grössenordnung von sieben bis acht Prozent" steigen, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis dem "Südkurier" (Dienstag). "Über uns zieht der Staat Stromsteuer, Umsatzsteuer und die Kosten des EEGs vom Kunden ein." Villis sagte weiter: "Wir sind mittlerweile ein grosses Inkassobüro für das Bundesfinanzministerium geworden." Auch einige Politiker seien inzwischen der Meinung, "dass da vielleicht doch etwas in die falsche Richtung läuft".
Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll der Ausbau dieser Energien gefördert werden. Der Strom könnte teurer werden, weil die Umlage für regenerative Energien steigt.
Es gebe aber auch andere "extrem negative Effekte von aussen", wie die Brennelementesteuer oder die Kosten für CO2-Zertifikate. Die Unternehmen würden daher weniger investieren können. Ausserdem kämen auf die grossen Energieversorger hohe Kosten für den Aufbau leistungsfähiger Netze zu. "Es werden Investitionen von zehn Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 erforderlich sein", sagte der Energie-Manager.
Damit müssten die Versorger eigentlich schon heute anfangen. Wegen des Widerstands in der Bevölkerung gegen neue Speicherkraftwerke, Windparks oder Hochspannungsleitungen sei das jedoch kaum zu schaffen. "Das kriegen Sie kaum hin, das dauert Jahre."
Zu den Gewinnen durch die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke äusserte sich Villis verhalten. Entgegen anderer Berechnungen bleibe weniger als eine Milliarde Euro Gewinn übrige. "Und der Effekt ist ohnehin unsicher, denn wir wissen nicht, was politisch noch passiert", sagte Villis.
avg/DP/stb

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