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Eon: Harter Winter und Konjunkturerholung helfen Eon (2. Zus)

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2010 - 16:51 publiziert

(neu Aktienkurs, Aussagen zu AKW und Datteln)
DÜSSELDORF (awp international) - Der grösste deutsche Energiekonzern EON hat vom langen Winter und der anziehenden Konjunktur profitiert. Im ersten Quartal 2010 stieg der um Einmaleffekte bereinigte Überschuss um 16 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, wie die Eon AG am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Bereits vor einer Woche hatte Eon einen Zuwachs des um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnisses um 20 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro für das erste Quartal mitgeteilt. Der Konzernumsatz blieb in den ersten drei Monaten 2010 mit 26,2 Milliarden Euro praktisch auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Die Eon-Aktie verlor am Dienstag bis zum frühen Abend rund 0,5 Prozent an Wert und war damit etwas schwächer als der Dax .
Inklusive Sondereffekten schmolz der Überschuss nach Minderheiten um 7 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Eon konnte die Abschreibung über 900 Millionen Euro auf das US-Geschäft jedoch besser verdauen als erwartet. Der Düsseldorfer Konzern hatte Ende April noch unter der Regie des alten Vorstandsvorsitzenden Wulf Bernotat den Verkauf seiner Tochter Eon USA an den US-Versorger PPL bekanntgegeben. Dies soll Eon 7,6 Milliarden US-Dollar in die Kasse spülen. Mit einem endgültigen Abschluss des Geschäfts rechnet Eon im Laufe des Jahres.
Sorgenkind bleibt die Tochter Ruhrgas. Das unter dem Titel Pan-European-Gas geführte Segment musste auch zu Jahresbeginn 2010 wieder einen Gewinnrückgang hinnehmen: Das bereinigte operative Ergebnis sank um 13 Prozent auf 713 Millionen Euro. Wegen eines massiven Überangebots stehen die Preise für Gas auf den Spotmärkten seit Monaten unter Druck. Eon kann darauf kaum reagieren, weil der Düsseldorfer Konzern an feste Lieferverträge etwa mit dem russischen Gasriesen Gazprom gebunden ist. Immerhin gelangen zu Jahresbeginn erste Anpassungen. Die Kontrakte sind nun etwas flexibler.
Im Stromgeschäft profitierte Eon von langen Lieferverträgen. Eon verkauft einen Grossteil der Stromproduktion der eigenen Kraftwerke lange im Voraus. Dadurch erzielte der Konzern Preise, die deutlich über dem Börsenniveau während der Krise lagen. Zudem profitierte Eon zu Jahresbeginn davon, dass die Bundesnetzagentur als Regulierer höhere Preise für die Durchleitung von Strom durch die Netze genehmigte. Neue Kraftwerke führten zu einer effizienteren Produktion. Dagegen führte die von Wettbewerbsbehörden durchgesetzte Abgabe von Kraftwerkskapazitäten in Deutschland zu Rückgängen.
Der neue Konzernchef Johannes Teyssen blieb trotz des operativen Gewinnsprungs im ersten Quartal bei der Prognose für 2010. Demnach soll das bereinigte operative Ergebnis maximal um 3 Prozent steigen, der bereinigte Überschuss soll stagnieren. "Mengen und Preise im Strom- und Gasgeschäft liegen europaweit trotz beginnender Konjunkturerholung immer noch deutlich unter dem Vorjahresniveau." 2009 hatte Eon der Wirtschaftskrise getrotzt: Das bereinigte operative Ergebnis war nur um 2 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro und der bereinigte Gewinn um 5 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro gesunken.
Trotz des Verlustes der Bundesratsmehrheit von Schwarz-Gelb nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sieht Eon weiter Chancen für eine Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke. Ob eine Zustimmungspflicht der Länderkammer vorliege, müssten die Juristen der Bundesregierung entscheiden, sagte der neue Konzernchef Teyssen in einer Telefonkonferenz. "Wir gehen aber davon aus, dass die Bundesregierung weiter klar zu ihrer Entscheidung für eine Laufzeitverklängerung steht." Die Frage der Zustimmungspflicht dürfte auch davon abhängen, wie ein Gesetz gefasst wird und was in ihm geregelt werde, meinte der Konzernchef. "Ganze Heerscharen von Juristen" würden schon über die verschiedenen Meinungen brüten.
Beim umstrittene Steinkohlekraftwerk in Datteln rechnet der Konzern weiter fest mit einem Weiterbau. Die beiden grossen Parteien hätten sich für die Fortsetzung des Baus ausgesprochen, sagte Teyssen. Gerichtlich ist es Eon aufgrund von planungsrechtlichen Fehlern inzwischen weitgehend verboten, den schon weit fortgeschrittenen Bau weiterzutreiben. Eon hat bislang nach eigenen Angaben rund 800 Millionen Euro in die Anlage gesteckt. Die alte Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hatte den Kraftwerksbau stets unterstützt. Eon sieht zudem die Lokalpolitik in Datteln auf seiner Seite. Dagegen hatten die Grünen, die bei der Landtagswahl deutlich zulegten und nun gute Chancen auf den Einzug in die Landesregierung haben, gegen die Anlage mobil gemacht./nl/vd/he

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