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STUTTGART/TOKIO (awp international) - Auch deutsche Unternehmen mit Tausenden Mitarbeitern in Japan sind von dem katastrophalen Erdbeben betroffen. Tote oder Verletzte sind nach ersten Erkenntnissen bislang aber nicht zu beklagen. Das Management der Firmen schickte einen Grossteil der Mitarbeiter am Freitag aus Sicherheitsgründen nach Hause. In Japan ist in der Autobranche Daimler stark engagiert, aber auch die deutsche chemische Industrie hat zahlreiche Standorte.
Der Daimler-Konzern Daimler hat Standorte vor allem in Tokio und Kawasaki. Rund 12.800 Beschäftigte sind für den Premiumhersteller in Japan insgesamt im Einsatz. "In Tokio und Kawasaki sind nach bisherigen Erkenntnissen keine Mitarbeiter zu Schaden gekommen", erklärte ein Sprecher. In Kawasaki gebe es nur leichte Gebäudeschäden. "Wir beobachten die Situation weiterhin aufmerksam und sind in ständigem Kontakt mit Japan", versicherte der Sprecher.
BASF: NIEMAND VERLETZT
Beim Chemiekonzern BASF sind nach ersten Erkenntnissen keine Mitarbeiter zu Schaden gekommen. Das sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag in Ludwigshafen. An einem Standort des Chemiekonzerns habe es einen Stromausfall gegeben, die Anlagen seien daraufhin heruntergefahren worden. Grössere Schäden habe es an den BASF-Standorten nicht gegeben. Der Chemiekonzern verfügt den Angaben zufolge in Japan über 27 Produktionsstandorte und 8 Forschungsstandorte. 1740 Mitarbeiter habe das Unternehmen dort.
Auch etliche deutsche Autozulieferer sind in Japan präsent. Über die Auswirkungen ist Conti noch unsicher. Das Unternehmen mit Sitz in Hannover beschäftigt in Japan an fünf Standorten rund 950 Mitarbeiter. "Wir halten Kontakt", sagte eine Continental-Sprecherin der dpa. Einzelheiten über das Ausmass des Bebens seien noch nicht bekannt. Ob zurzeit deutsche Continental-Mitarbeiter in Japan arbeiten, konnte sie nicht sagen.
Die Erde habe gewackelt, Kaffeemaschinen und Gläser seien aus den Regalen gefallen, es gebe keinen Handy-Empfang und Züge würden auch nicht fahren, schilderte eine Sprecherin des Stuttgarter Autozulieferers Mahle die Eindrücke, die ihr Mitarbeiter aus Japan übermittelt hatten. Der Kolbenhersteller hat acht Standorte in Japan und beschäftigt dort insgesamt rund 1700 Mitarbeiter. Es gibt sechs Produktions- und zwei Entwicklungsstandorte.
Der Ludwigsburger Autozulieferer Mann+Hummel hat seine Mitarbeiter vorsorglich nach Hause geschickt. Die Versorgung mit Essen und Trinken sei geregelt, grosse Supermärkte hätten teilweise noch geöffnet, sagte eine Sprecherin. Der Filterspezialist hat 40 Beschäftigte vor Ort, die für den Vertrieb und in der Entwicklung eingesetzt werden. Der Standort liegt etwa 350 Kilometer von der besonders stark betroffenen Stadt Sendai entfernt.
Der Nivea-Konzern Beiersdorf und die Containerreederei Hapag-Lloyd in Hamburg sind zwar in Japan vertreten, aber von den Auswirkungen des schweren Erdbebens zunächst verschont geblieben. Beiersdorf etwa hat in Tokio das Joint Venture Nivea-Kao mit rund 80 Mitarbeitern, wie ein Unternehmenssprecher berichtete. "Sie scheinen aber nicht weiter betroffen zu sein." Eine Sprecherin von Hapag-Lloyd erklärte: "Wir hatten ein Schiff im Hafen, das ist nach der Tsunami-Warnung auf Reede gegangen." Es sei nichts passiert. Auch in der Niederlassung in Tokio seien alle Mitarbeiter wohlauf: "Wir sind nicht betroffen."
Das Epizentrum des Bebens gegen 14.45 Uhr Ortszeit (06.45 Uhr MEZ) lag 130 Kilometer östlich von Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. Der Erdstoss der Stärke 8,9 hatte in Japan einen Tsunami ausgelöst. Eine gewaltige Flutwelle überspülte die Ostküste der Hauptinsel Honshu. Boote wurden gegen die Küste geschleudert und Autos ins Meer gespült. Nach ersten offiziellen Angaben kamen mindestens 20 Menschen ums Leben, zahllose Bewohner der Küstenregionen und betroffenen Städte wurden verletzt./glb/bbi/DP/tw

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