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Tokio/Bern (awp/sda/dpa/afp/apa/rtd/dapd) - Millionen Japanern fehlt es nach dem Erdbeben mit Tsunami am Wichtigsten. Dazu kommt die Angst vor einer Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima 1: Eine solche droht in drei Reaktoren, wie ein Regierungssprecher am Montag in Tokio sagte. Es sei "höchstwahrscheinlich", dass es bereits dazu gekommen sei.
Die Kühlung des Reaktors 2 brach mehrfach zusammen - jedes Mal gelang es Technikern aber, wieder Meerwasser in die Kammern mit den Brennstäben zu pumpen.
Zuvor hatte es eine zweite Wasserstoffexplosion in Reaktorblock 3 gegeben. Sieben Arbeiter wurden verletzt und fünf verstrahlt. Die japanische Regierung schloss allerdings einen Atom-GAU wie vor 25 Jahren in Tschernobyl kategorisch aus.
Am Tag 3 nach dem Erdbeben der Stärke 9,0 waren nach UNO-Angaben in Japan mindestens 1,4 Mio Menschen ohne Trinkwasser. 2,6 Mio Menschen hatten keinen Strom, und 3,2 Mio Menschen ging das Gas aus. Mehr als eine halbe Million Menschen harrte in Notunterkünften aus.
Die Kinderrechtsorganisation Save the Children erklärte, mindestens 70'000 Kinder seien obdachlos. Gemäss dem Innenministerium wurden am Freitag über 70'000 Gebäude zerstört.
5'000 TOTE GEBORGEN
Die Polizei sprach von 5'000 Toten und identifizierten Vermissten. Allein am Montag wurden 2'000 weitere Leichen geborgen. Soldaten konnten nach Armeeangaben 10'000 Menschen retten, doch mindestens ebensoviele Todesopfer wurden allein in der Präfektur Miyagi befürchtet.
Im Einsatz standen 100'000 Soldaten sowie Retter aus aller Welt, darunter auch 23 Schweizer.
INTERNATIONALE DEBATTE
Die Atomunfälle in Japan lösten am Montag in zahlreichen Ländern eine Debatte über Atomenergie und ihre Sicherheit aus. Deutschland setzte die Verlängerung der Laufzeiten seiner AKW auf Eis.
Auf europäischer Stufe sollen die Sicherheitsstandards von Atomanlagen rasch überprüft werden. Die EU hat zu dem Zweck für Dienstag ein Spitzentreffen der Energieminister in Brüssel einberufen.
Auch die Schweiz reagierte: Bundesrätin Doris Leuthard sistierte am Montag die Rahmenbewilligungsgesuche für drei neue AKW. Bei Abklärungen sollen die Erdbebensicherheit und die Reaktorkühlung im Vordergrund stehen, wie die Energieministerin vor den Medien in Bern erklärte.
rt

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