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MADRID (awp international) - Ein Generalstreik gegen Arbeitsmarktreformen der Regierung hat am Mittwoch die spanische Wirtschaft teilweise lahmgelegt. Nach Gewerkschaftsangaben folgten landesweit 70 Prozent der Beschäftigten dem Aufruf zu einer Arbeitsniederlegung. Die Regierung betonte, der Streik laufe "normal", machte aber keine Angaben zur Beteiligung. Bei Auseinandersetzungen zwischen Streikposten und der Polizei wurden in den Morgenstunden laut staatlichem Rundfunk RNE 16 Menschen verletzt. Bei den öffentlichen Verkehrsmittel lief nach Angaben der Regierung der vereinbarte Minimaldienst. Der Streik traf auch auch Tausende von Urlaubern.
Die grossen Gewerkschaftsverbände UGT (Allgemeine Union der Arbeiter) und CCOO (Arbeiterkommissionen) hatten aus Protest gegen die umstrittene Reform des Arbeitsmarkts in ganz Spanien zu einer 24-stündigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Die Reform ermöglicht unter anderem leichtere Entlassungen. Die Gewerkschaften sehen darin einen Einschnitt in die Arbeitnehmerrechte.
Wegen des Generalstreiks wurden zwar am Mittwoch am Flughafen in Frankfurt zahlreiche Flüge gestrichen, ein Chaos in den Abflughallen gab es aber nicht. Die Fluglinien setzten teilweise grössere Maschinen ein, um die Ausfälle zu kompensieren. Ausserdem hatten die Passagiere die Möglichkeit, vorab Flüge umzubuchen. Die spanische Regierung hatte mit den Gewerkschaften vereinbart, dass auf den europäischen Routen mindestens 20 Prozent der Flüge aufrechterhalten werden sollten.
Der Generalstreik legte vor allem die Grossbetriebe und Fabriken lahm. Mehrere Grossmärkte wurden von Streikposten blockiert, so dass in den Supermärkten weniger Frischwaren angeboten wurden. Die Zeitungen erschienen mit Notausgaben und waren mancherorts gar nicht zu haben, weil der Vertrieb bestreikt wurde. Kleinere Läden und Gaststätten waren geöffnet.
Nach Umfragen hatte die Mehrheit der Spanier an dem Streik nicht teilnehmen wollen. Die Gewerkschaften konzentrierten sich daher darauf, wirtschaftliche Schlüsselbereiche zu bestreiken. Dazu gehörten neben den Fabriken auch die Grossmärkte, Verkehrsbetriebe und Flughäfen. Der Generalstreik ist der erste in der Amtszeit von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero./hk/DP/nmu

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