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EUROKRISE/Europa muss laut IWF-Chef mehr gegen Schuldenkrise tun

WASHINGTON (awp international) - Der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat Europa zu verstärkten Massnahmen gegen die Schuldenkrise aufgerufen. "Einige Staaten sind an einem Scheideweg - sie haben schwierige Schritte ergriffen, aber müssen mehr tun", sagte Straus-Kahn am Montag, knapp zwei Wochen vor der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington.
Zugleich wies er Berichte zurück, nach denen der Währungsfonds für eine baldige Umschuldung Griechenlands eintritt. "Ich möchte das dementieren. Wir unterstützen die griechische Regierung in ihrer Position, dass sie keine Umschuldung will", sagte Strauss-Kahn. Er fügte hinzu, dass die Lage in Griechenland besser gewesen wäre, hätten der IWF und die Europäische Union rascher helfen können: "Wegen politischer Probleme innerhalb der EU hat es länger gedauert als nötig."
Generell gab der IWF-Chef zu bedenken, dass es mehr Führung in Europa zur Bewältigung der Schuldenkrise bedürfe. "Europa braucht eine umfassende Lösung, um mit den andauernden Problemen im Finanzsektor und bei der Staatsverschuldung fertig zu werden", sagte Strauss-Kahn. Die bisherigen Fortschritte seien "Stückwerk", und "das ist ein Schlüsselrisiko für die Krisenländer und für die Erholung in Europa insgesamt".
Die globale Wirtschaftserholung ist nach Einschätzung Strauss-Kahns "fragil, ungleichmässig und birgt grosse Unsicherheit". Sie sei "unausgeglichen - sowohl zwischen Staaten und innerhalb von Staaten". Der IWF-Chef wies insbesondere auch auf die Entwicklungen im Nahen Osten hin, der in einer "historischen Transformation" stecke, da "Bürger grössere Freiheit und eine fairere Verteilung der wirtschaftlichen Chancen und Ressourcen suchen". Es sei eine unmittelbare Herausforderung, sozialen Zusammenhalt zu bewahren, ohne zugleich die Wirtschaftsstabilität zu untergraben.
Insgesamt forderte der IWF-Chef neue wirtschaftspolitische Ansätze als Konsequenz aus der globalen Krise, so ein verstärktes Augenmerk auf finanzielle Stabilität, sozialen Zusammenhalt, Kooperation und Multilateralismus./ch/DP/he

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