Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

FRANKFURT (awp international) - Europas Finanzbranche lässt die Krise allmählich hinter sich: Am Donnerstag sammelte die Europäische Zentralbank (EZB) die Rekordsumme von 442 Milliarden Euro bei mehr als 1100 Banken im Euroraum ein, die die Notenbank vor einem Jahr auf dem Höhepunkt der Finanzkrise verliehen hatte. Gleichzeitig bot die EZB den Instituten erneut frisches Geld an. Doch nur 78 Geldhäuser griffen zu und liehen sich für die kommenden sechs Tage zusammen 111 Milliarden Euro zum Zinssatz von 1,0 Prozent.
"Insgesamt zeigt sich, dass die europäischen Banken nicht mehr mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte DekaBank-Experte Karsten Junius. Analysten sind sich einig: Die wochenlange Sorge an den Märkten vor dem Auslaufen des Rekord-Leihgeschäfts war unbegründet, den Banken geht es besser als befürchtet.
Die Bundesbank warnte jedoch vor verfrühter Euphorie. Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler betonte in Frankfurt, die Lage an den Finanzmärkten sei noch immer angespannt. Zeitler verwies auf Risikoaufschläge bei Staatsanleihen und Finanztiteln und auf die hohen Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB. "Wenn auch der Geldmarkt in Deutschland hiervon kaum betroffen ist, ist dies doch ein Zeichen von Unsicherheit und gesunkenem Vertrauen zwischen Kreditinstituten des Euroraums." Am Donnerstag hatten die Geschäftsbanken des Euroraums Einlagen von 309,11 Milliarden Euro bei der Notenbank geparkt.
Bereits am Mittwoch hatten sich 171 Banken bei der EZB 131,93 Milliarden Euro für drei Monate geliehen. Experten hatten mit einer Nachfrage von bis zu 300 Milliarden Euro gerechnet. Das geringere Interesse wurde an den Märkten positiv aufgenommen: "Gestern beteiligten sich nur Banken, die immer noch Schwierigkeiten haben, sich am Markt Liquidität zu besorgen - und die davon ausgehen, dass die Probleme in den kommenden drei Monaten anhalten", erklärte Luca Cazzulani von der Unicredit .
Hingegen gingen die 78 Finanzinstitute, die sich am Donnerstag nochmals für sechs Tage mit Geld zum Zins von 1,0 Prozent eindeckten, vermutlich davon aus, bald wieder Zugang zum Geldmarkt zu haben. Insgesamt benötigten die Banken derzeit 200 Milliarden Euro weniger von der EZB als vor einem Jahr.
Auch die Verteilung der Nachfrage zwischen dem Wochentender und dem am Mittwoch abgehaltenen Geschäft über drei Monate wertete Junius positiv: "Das Verhältnis ist recht ausgeglichen. Insgesamt scheinen die Banken wieder etwas mehr Vertrauen zueinander zu fassen."
Nach der Lehman-Pleite hatten sich die Banken gegenseitig misstraut und sich kaum noch Geld geliehen. Der Handel auf dem sogenannten Interbankenmarkt war zeitweise zum Erliegen gekommen. Die EZB sprang mit Notprogrammen ein und verlieh erstmals in ihrer Geschichte unbegrenzt Geld zum festen Zinssatz von 1,0 Prozent und mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit von einem Jahr./hqs/bgf/bgf

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???