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FRANKFURT (awp international) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Ton wegen der anziehenden Inflation deutlich verschärft und starke Signale für eine Zinserhöhung im April gesendet. "Eine Zinserhöhung im April ist möglich, allerdings nicht sicher", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Die Entscheidung hänge vor allem von weiteren Daten ab, die bis dahin zur Verfügung stünden. "Wir sind niemals im Vorhinein festgelegt", unterstrich Trichet. Gefragt danach, ob auch mit einem grösseren Zinsschritt zu rechnen sei, sagte Trichet, dies sei nicht die richtige Interpretation seiner Aussagen.
Trichet begründete die verschärfte Haltung des EZB-Rats mit zuletzt gestiegenen Inflationsrisiken. "Es ist hohe Wachsamkeit geboten", sagte der EZB-Präsident und verwendete damit ein typische Formulierung, die auf eine baldige Zinserhöhung hindeutet. Die EZB stehe bereit, um entschieden und zeitnah zu handeln. Entscheidend sei, dass sich der jüngste Preisschub seitens der Rohstoff- und Energiepreise nicht mittelfristig verfestige.
Trichet appellierte insbesondere an die Tarifparteien: Die Vermeidung von Zweitrundeneffekten in Form höherer Lohnabschlüsse als Ausgleich für höhere Geldentwertung sei vorrangig. Die Inflationserwartungen in der mittleren und langen Frist müssten in jedem Fall fest verankert bleiben. Das Geldmengen- und Kreditwachstum sei indes immer noch moderat.
Die jüngsten Entscheidungen seien einstimmig getroffen worden, bekräftigte Trichet. Für die Konjunktur im Euroraum zeigte sich Trichet zuversichtlich. Derzeit seien die Wachstumsrisiken immer noch ausgeglichen, sie könnten aber bald nach oben zeigen. Jüngste Daten deuteten auf eine positive Grundtendenz der Euroraum-Konjunktur hin./bgf/jkr

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