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EZB/Trichet: 'Es wurde keine Linie überschritten'

Dieser Inhalt wurde am 24. Mai 2010 - 15:36 publiziert

FRANKFURT (awp international) - EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat abermals den umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen durch die Notenbank verteidigt. "Es wurde keine Linie überschritten", sagte er in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" - und wandte sich damit gegen Kritik, die EZB verstärke damit langfristig die Inflationsgefahr. "Unser Kurs der Geldpolitik bleibt unverändert. Deshalb schöpfen wir die gesamte zugeführte Liquidität wieder ab", betonte Trichet.
Inflation zu verhindern, bleibe das oberste Ziel der EZB, versicherte der Franzose. "Für mich ich die Inflation wie eine Steuer, die vor allem die Ärmsten und Schwächsten unserer Gesellschaft treffen würde."
Bei dem unkonventionellen Eingriff sei es darum gegangen, den nicht mehr funktionierenden Anleihemarkt zu stabilisieren. "Das Versagen des Anleihemarktes hätte auch alle anderen Bereiche in Frage gestellt", sagte Trichet. "Was wir seit dem Jahr 2007 sehen, ist die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, und es hätte die schlimmste seit dem Ersten Weltkrieg werden können, wenn wir nicht eingegriffen hätten."
Nicht kommentieren wollte der EZB-Präsident die Haltung von Bundesbankpräsident Axel Weber, der sich öffentlich von dem Kaufprogramm der EZB distanziert hatte. "Ich kommentiere nie die Aussagen von anderen Mitgliedern des EZB-Rates", sagte Trichet und ergänzte, die Entscheidung sei "mit überwältigender Mehrheit gefällt" worden./kf/DP/he

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