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EZB/Trichet: Kontrolle der Staatsfinanzen ist entscheidend

Dieser Inhalt wurde am 14. Mai 2010 - 07:19 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Deutschland soll nach Einschätzung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet mit seiner Vorbildrolle Europa aus der Krise führen. Die Regierung in Berlin stehe als eine Art Euro-Polizei in der Pflicht und müsse anderen Mitgliedstaaten der Euro-Zone auf die Finger schauen. "Deutschland ist die grösste Volkswirtschaft im Euro-Raum und ein Land mit der Tradition gesunder Staatsfinanzen", sagte Trichet dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe). "Ich zähle auf die aktive Rolle aller Länder, inklusive Deutschlands, die Funktion der Überwachung einzuführen."
Er trat der Sorge entgegen, durch den Ankauf von Staatsanleihen beschwöre die EZB neue Inflationsgefahren herauf. "Wir ändern unseren geldpolitischen Kurs nicht. Es wird keine quantitative Lockerung geben", sagte Trichet. Die EZB werde die Liquidität, die sie in den Markt gebe, hauptsächlich durch die Ausschreibung verzinslicher Termineinlagen wieder abziehen. "Was zählt, ist unsere Entschlossenheit und die Tatsache, dass wir unserem Ziel treu bleiben, Preisstabilität zu gewährleisten", erklärte Trichet. "Der EZB-Rat wird Inflation nicht tolerieren."
Auf die Frage, warum die EZB jetzt von den Banken kritisiert wird, entgegnet Trichet: "Ist das so? Wenn ja, dann liegt das daran, dass wir Dinge tun, um die sie uns nicht gebeten haben. Das ist doch ein Beweis unserer Unabhängigkeit von Interessengruppen. Das widerlegt, dass wir auf Druck der Banken aktiv geworden sind."/jha/sk

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