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EZB verteidigt Kauf von Staatsanleihen

Dieser Inhalt wurde am 13. Mai 2010 - 14:06 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre umstrittene Entscheidung zum Kauf von Staatsanleihen maroder Euro- Staaten verteidigt. "Die Massnahmen sind so ausgestaltet, dass sie keine Auswirkungen auf den geldpolitischen Kurs haben", schreibt die EZB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht. Die EZB wolle den Spannungen in einigen Marktsegmenten entgegenwirken.
EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark versicherte in einem Interview mit "tagesschau.de", es handele sich um eine "temporäre Notfallmassnahme". Stark widersprach dem Eindruck, die Notenbank habe auf politischen Druck gehandelt und betonte: "Die Glaubwürdigkeit der EZB hängt nicht allein an der Frage, ob man Staatspapiere kauft oder nicht, sondern ob wir unsere zentrale Aufgabe, nämlich Preisstabilität zu gewährleisten, erfüllen."
Mit dem Kauf von Staatsanleihen von Schuldensündern wie Griechenland unterstützt die Notenbank die Milliardenprogramme der Politik im Kampf gegen den drohenden Zerfall der Eurozone. "Wir sind als Euro-Gebiet im Epizentrum einer globalen Krise", mahnte Stark. Es gebe zweifelsohne "eine Attacke" von "anonymen Marktkräften" auf einzelne Länder des Euro-Gebietes.
Die EZB war zuvor schon in die Kritik geraten, weil sie beschlossen hatte, griechische Staatspapiere auch dann als Sicherheit für frisches Zentralbankgeld zu akzeptieren, wenn diese von Ratingagenturen nur noch als Ramsch bewertet werden.
In ihrem Monatsbericht versichert die Notenbank, die über die Sondermassnahmen bereitgestellte Liquidität werde wieder abgeschöpft. So soll verhindert werden, dass die Inflation angeheizt wird./ben/js/DP/js

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