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Zürich-Flughafen (awp) - Die Flughafen Zürich AG hat im ersten Halbjahr 2010 zwar trotz der Auswirkungen des Vulkanausbruchs Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Anstieg fiel jedoch nicht so stark aus wie von Analysten erhofft. Am Ausblick hält der Flughafenbetreiber aber fest.
Sowohl die Zahl der Passagiere als auch der Flugbewegungen nahm zu. Besonders stark trugen die Erträge im Bereich Aviation zum Umsatzplus bei, aber auch im Bereich Non-Aviation wurde ein Wachstum erzielt.
UMSATZ- UND GEWINNPLUS UNTER ERWARTUNGEN
Der Gruppenumsatz stieg in den ersten sechs Monaten um 3,1% auf 408,1 Mio CHF. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA kletterte um 3,6% auf 195,0 Mio CHF, die entsprechende Marge erhöhte sich leicht auf 47,8 (47,6)%. Beim EBIT ergab sich ein Plus von 6,2% auf 100,4 (94,6) Mio CHF, exklusive Lärmeinfluss lag der EBIT bei 91,5 (84,0) Mio CHF. Unter dem Strich resultiere ein um 5,3% höherer Reingewinn von 49,7 (47,2) Mio CHF, ohne Lärmeinfluss lag der Gewinn bei 44,9 (40,2) Mio CHF.
Analysten hatten indes mehr erwartet: Im Durchschnitt (AWP-Konsens) wurde ein Umsatz von 413,1 Mio, ein EBITDA von 199,3 Mio, ein EBIT von 103,3 Mio CHF und ein Reingewinn von 54,7 Mio CHF geschätzt.
AVIATION LEGT DEUTLICH ZU
Die Erträge im Bereich Aviation stiegen um 3,9% auf 247,8 Mio CHF. Dies sei insbesondere den höheren Passagierzahlen sowie der seit November 2009 eingeführten Gebühr für die Betreuung von Passagieren mit reduzierter Mobilität zu verdanken. Die Landegebühren seien indes mit leicht gestiegenen Flugbewegungen, aber gleichzeitig einer Abnahme des durchschnittlichen Abfluggewichts auf Vorjahresniveau geblieben. Der Cargo-Bereich sei wieder auf das Niveau von 2008 zurückgekehrt.
Im Bereich Non-Aviation wurden die Erträge um 2,0% auf 160,3 Mio CHF gesteigert. Besonders stark hätten die Kommerzerträge zum Umsatzplus beigetragen. Der Umsatz pro abfliegenden Passagier erhöhte sich, die Parkingerträge entwickelten sich etwas unterdurchschnittlich. Dies sei darauf zurückzuführen, dass mehr Passagiere - derzeit mehr als 46% - mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisten, so der Flughafen.
NEUE PROJEKTE AUF KURS - KOSTENSENKUNGSPROGRAMM
Laufende Projekte wie "Zürich 2010" seien auf Kurs, ergänzte CEO Thomas Kern auf einer Telefonkonferenz. Ausserdem werde für das "Duty-Free-Shopping nach Ankunft" eine Entscheidung im Herbst erwartet. Die Eröffnung entsprechender Geschäfte sei für Frühling und Sommer 2011 geplant. "Wir gehen davon aus, dass wir mit der Einkaufsmöglichkeit nach der Ankunft Marktanteile von anderen Flughäfen abziehen", so Kern.
Auch würden neue Märkte für die Ausweitung der internationalen Aktivitäten beobachtet. Auf der Liste stünden Länder wie Vietnam und aus Ost- und Südosteuropa - hier insbesondere Polen.
Zudem ist ein Kostensenkungsprogramm, dass mit verschiedenen Massnahmen Einsparungen von 10 Mio CHF bringen soll, gestartet. Der volle Effekt dieses Programms werde aber wohl erst 2011 sichtbar.
AUSBLICK BESTÄTIGT - AKTIE LEICHTER
Für das Gesamtjahr 2010 bestätigt der Flughafen Zürich seine Ziele und erwartet ein Passagierwachstum von 3 bis 5%. Der Anteil der Lokalpassagiere dürfte weiter überproportional wachsen. Im Sommerferiengeschäft seien teils Rekordwerte bei den Passagierzahlen erzielt worden, sagte Kern. Er rechnet mit einem Gewinnwachstum von 10 bis 20% auf Basis des Vorjahresergebnisses (ohne ausserordentlichen Gewinn aus dem Beteiligungsverkauf am Flughafen Bangalore).
Zudem wird ab dem 1. Oktober die Geschäftsleitung neu strukuturiert und um einen Bereich verkleinert. Nachfolger für Peter Eriksson, bisher Leiter des Bereichs Marketing & Real Estate, wird der aktuelle Leiter des Bereichs Corporate Development, Stephan Widrig. Der Bereich Corporate Development soll aufgelöst und auf die bestehenden Bereiche aufgeteilt werden.
Die Aktie zeigte sich bis zum Mittag überwiegend in der Verlustzone, nur kurz gelang der Sprung ins Plus. Gegen 12 Uhr verlieren die Titel in einem ebenfalls schwächeren Marktumfeld 0,2%.
dr/uh

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