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NEW YORK/BERLIN (awp international) - Facebook stiehlt Google die Schau. Das Online-Portal mit seinen mehr als 550 Millionen Mitgliedern reicht zwar noch nicht an die Bedeutung der Suchmaschine heran, gewinnt für das Leben im Netz aber immer mehr an Bedeutung. Und zieht damit Anleger an, die das grosse Geschäft wittern.
"Die Leute haben Neujahr auf Facebook gefeiert, indem sie eine Rekordzahl von Fotos hochgeladen haben", twitterte Randy Zuckerberg, die sich als Schwester von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ums Marketing des Unternehmens kümmert. So hätten die Mitglieder am Neujahrswochenende 750 Millionen Fotos auf ihre Profilseiten hochgeladen. Facebook stellt damit die ehedem bedeutendste Foto-Plattform Flickr, die zum Internet-Unternehmen Yahoo gehört, in den Schatten.
Auch als Umschlagplatz für Nachrichten, Kommentare oder Blog- Beiträge hat sich Facebook ganz nach oben geschoben. Ob Facebook wirklich schon Google als meistbesuchte Website abgelöst hat, wie es eine Web-Analyse von Experian Hitwise anhand von Nutzerdaten in den USA nahelegt, scheint noch fraglich zu sein.
Für bestimmte Aufgaben wie die Empfehlung zum Aufsuchen einer Webseite verlassen sich aber inzwischen mehr Nutzer auf das Soziale Netzwerk als auf Angebote wie den RSS-Dienst Google Reader, mit dem man die aktuellen Veröffentlichungen mehrerer Websites im Blick behalten kann. So registrierte etwa das amerikanische Technik-Blog TechCrunch im vergangenen Jahr deutlich mehr Besucher, die über Twitter oder Facebook auf die Beiträge gelangten als Leser, die diese Inhalte mit Hilfe von Google aufsuchten.
Das Wachstum von Facebook weckt Begehrlichkeiten, Investoren wollen es nicht verpassen, rechtzeitig auf den Zug aufzuspringen. Die Online-Plattform wird laut einem Bericht der "New York Times" nun schon mit 50 Milliarden Dollar bewertet und befindet sich damit in einer Liga mit dem Walt-Disney-Konzern oder der Deutschen Telekom, während schon länger etablierte Internet-Unternehmen wie Ebay oder Yahoo erheblich niedriger taxiert werden.
An den Aktienmärkten wird schon von einer neuen Internet-Blase gesprochen - in dunkler Erinnerung an die Zeit vor zehn Jahren, als neugegründete Internet-Firmen die Anleger verlockten, immer mehr Geld in Unternehmen zu stecken, die nicht viel mehr zu bieten hatten als Zukunftsvisionen. Im März 2010 brachen die Luftschlösser zusammen, und die Internet-Wirtschaft wurde weit zurückgeworfen.
Dabei ist Facebook noch gar nicht an der Börse notiert - Zuckerberg scheint einem Börsengang bislang eher abgeneigt zu sein, weil er offenbar alle Fäden selbst in der Hand behalten will. Umso reger ist das Geschäft mit Facebook-Anteilscheinen etwa von Mitarbeitern an den sogenannten Sekundärmärkten, ein Handel, der inzwischen von der amerikanischen Börsenaufsicht (SEC) argwöhnisch beäugt wird.
Völlig unabhängig von einem Börsengang hat sich die US-Bank Goldman Sachs eigene Möglichkeiten für den Handel mit begehrten Facebook-Anteilen geschaffen. Im Blog Businessinsider spricht Henry Blodget, ein einstiger Börsenanalyst aus Zeiten der ersten Internet- Blase, bereits von einem "privaten Börsengang". Goldman Sachs biete seinen vermögenden Börsenkunden jetzt die Möglichkeit, ebenfalls in Zuckerbergs Unternehmen einzusteigen. So verband Goldman Sachs seine eigene Facebook-Investition von 450 Millionen Dollar nach US- Medienberichten mit der Option, weitere 1,5 Milliarden Dollar von verschiedenen Geldgebern einzusammeln, dabei aber als Hauptinvestor aufzutreten. Damit umgeht Goldman Sachs eine SEC-Bestimmung, wonach ein Unternehmen mit mindestens 500 Investoren seine zentralen Wirtschaftskennzahlen offenlegen muss.
Die Investoren legen dann viel Geld an, ohne dass Umsatz und Gewinn von Facebook öffentlich gemacht wurden - diese zentralen Angaben müssten erst bei einem Börsengang publiziert werden. Geschätzt wird der Facebook-Umsatz im vergangenen Jahr auf zwei Milliarden Dollar, nach vermutlich 700 bis 800 Millionen Dollar in 2009./pz/DP/fn

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