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FRANKFURT (awp international) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport bleibt nach seinem Ausnahmegewinn aus dem vergangenen Jahr auf Wachstumskurs. Die Zahl der Fluggäste, der Umsatz und der operative Gewinn sollen 2011 und 2012 deutlich zulegen. Unter dem Strich, wo Fraport 2010 kräftig von einer glücklich ausgegangenen Steuerprüfung profitiert hatte, erwartet der Vorstand nur einen kleinen Gewinnrückgang. Die Aktionäre können sich in diesem und dem kommenden Jahr auf eine stabile Dividende von 1,25 Euro je Anteilsschein freuen, wie das im MDax notierte Unternehmen am Freitag in Frankfurt mitteilte.
Die Fraport-Aktie reagierte am Morgen mit einem Kursverlust auf die Nachrichten. Im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz rutschte das Papier um 0,69 Prozent auf 50,37 Euro ab. Ein Händler zeigte sich von der Entwicklung des operativen Gewinns und der Prognose enttäuscht. "Das ist weniger als erwartet und könnte für weitere Gewinnmitnahmen sorgen", urteilte der Börsianer. Die ebenfalls vorgelegten Verkehrszahlen für Februar bezeichnete er indes als stark.
MEHR FLUGGÄSTE IM FEBRUAR
In Frankfurt stieg die Zahl der Fluggäste im abgelaufenen Monat um acht Prozent auf 3,6 Millionen. Ein Jahr zuvor hatte ein Pilotenstreik bei der Lufthansa und der Orkan "Xynthia" zu hunderten Flugausfällen geführt, wodurch der Anstieg nun besonders stark ausfiel. Auch an Fraports Auslandsflughäfen brummte das Geschäft, vor allem im türkischen Antalya und in Perus Hauptstadt Lima. Konzernweit zählte Fraport gut 5,1 Millionen Fluggäste, fast zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Frachtaufkommen legte in Frankfurt um vier Prozent zu, konzernweit gar um sechs Prozent.
Im abgelaufenen Jahr verdiente Fraport unter dem Strich rund 263 Millionen Euro, rund 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Die kräftige Steigerung verdankt das Unternehmen der Auflösung einer Steuerrückstellung über 80 Millionen Euro. Weil Fraport für vergangene Jahre weniger Steuern nachzahlen muss als erwartet, konnte das Unternehmen den Betrag als Gewinn verbuchen.
WINTER UND VULKAN BELASTEN
Allerdings hätte die Gesellschaft auch ohne diesen Effekt mehr verdient als im Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um knapp ein Viertel zu und übertraf mit fast 711 Millionen Euro die vom Vorstand geweckten Erwartungen. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, obwohl zwei harte Winter und die Vulkanasche nach dem Vulkanausbruch in Island den Flugverkehr in Frankfurt tagelang lahmgelegt hatten.
Im laufenden Jahr erwartet Fraport am grössten deutschen Flughafen vier bis sieben Prozent mehr Passagiere als 2010. Der Umsatz soll auf mehr als 2,3 Milliarden Euro steigen. Beim EBITDA rechnet der Vorstand mit einer Steigerung um 10 bis 15 Prozent. Beim Konzerngewinn rechnet das Management nur mit einem kleinen Rückgang. Rechne man den Steuereffekt von 2010 heraus, werde der Gewinn deutlich zulegen.
2012 WEITERE STEIGERUNGEN
Für das Jahr 2012 stellte der Vorstand weiteres Wachstum in Aussicht. Umsatz und operativer Gewinn (EBITDA) sollen weiter steigen. Der Überschuss dürfte allerdings auf dem Niveau von 2011 bleiben. Mit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn in Frankfurt Ende 2011 soll auch das Passagieraufkommen weiter zunehmen. Bis zum Jahr 2012 sagt die Fraport-Spitze einen jährlichen Zuwachs um vier bis sieben Prozent voraus./stw/stb/wiz

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