Navigation

Fraport sieht Talsohle durchschritten - Gewinnziel angehoben (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2009 - 15:20 publiziert

(neu: Flughafengebühren, Aussagen aus Pressekonferenz, Aktienkurs, Analystenstimme)
FRANKFURT (awp international) - Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet in den kommenden Monaten in Frankfurt wieder mit steigenden Passagierzahlen. Ende 2009 oder spätestens Anfang kommenden Jahres werde es am grössten Flughafen des Konzerns wieder positive Zahlen geben, sagte Vorstandschef Stefan Schulte am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen. "Die Talsohle ist durchschritten, es geht wieder aufwärts", sagte Schulte. Für das laufende Jahr schraubte der Vorstand das Ziel für den operativen Gewinn leicht nach oben, nachdem das Unternehmen im dritten Quartal unter dem Strich weniger verdient hatte als erwartet.
Die Fraport-Aktie reagierte zunächst mit einem deutlichen Kursrückgang auf die Nachrichten. Am Nachmittag lag das Papier noch mit 0,46 Prozent im Minus bei 32,51 Euro. WestLB-Analyst Raimon Kaufeld zeigte sich von den Neuigkeiten positiv überrascht. Das noch immer schwierige Geschäftsumfeld dürfte sich in den kommenden Quartalen schrittweise verbessern, schätzt er.
PASSAGIERRÜCKGANG SCHWÄCHT SICH AB
Anfang des Jahres hatte der grösste deutsche Flughafen zweistellige Rückgänge bei den Passagierzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat verbucht. Im Laufe des Jahres wurde das Minus allerdings deutlich reduziert. Im Oktober sei die Zahl der Fluggäste nach vorläufigen Erhebungen nur noch um 1,9 Prozent gesunken, sagte Schulte. In den ersten neun Monaten 2009 wurden 38,6 Millionen Passagiere gezählt, 6,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet Fraport weiterhin einen Rückgang um 5 bis 6 Prozent.
Im dritten Quartal verdiente Fraport unter dem Strich 56,1 Millionen Euro und damit weniger als von Analysten im Schnitt erwartet. Ein Jahr zuvor hatte der Gewinn noch mehr als doppelt so hoch gelegen, unter anderem wegen einer Sonderzahlung aus Bundesgarantien. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank im dritten Quartal um ein Zehntel auf 186,4 Millionen Euro und fiel damit etwas höher aus als erwartet. Der Umsatz gab um 4,1 Prozent auf 532,7 Millionen Euro nach.
ZIEL ANGEHOBEN
Für das Gesamtjahr zeigte sich der Vorstand etwas optimistischer als bislang. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) werde sich voraussichtlich auf 530 bis 540 Millionen Euro belaufen, hiess es. Bislang hatte Fraport 500 bis 530 Millionen Euro erwartet. Mit einem EBITDA von 492,5 Millionen Euro in den ersten neun Monaten hat das Unternehmen den Löwenanteil davon bereits erreicht.
Grosse Chancen für den Flughafenkonzern sieht Schulte neben dem Ausbau des Frankfurter Flughafens auch im Ausland. "Das externe Geschäft ist für Fraport ein echter Wachstumsmotor", sagte Schulte.
AUSBAU IM PLAN
Der Ausbau des Frankfurter Flughafens um eine vierte Bahn und ein drittes Terminal liegt laut Schulte im Plan. Von den geplanten Investitionen in Höhe von sieben Milliarden Euro wurden vorsorglich bereits jetzt vier Milliarden Euro über neue Schulden aufgebracht, die übrigen drei Milliarden Euro sollen aus dem laufenden Geschäft finanziert werden. Die Inbetriebnahme der vierten Bahn ist mit Beginn des Winterflugplans 2011/12 geplant, das neue Terminal soll schrittweise später fertig werden.
Schulte verteidigte die von Fluggesellschaften wie Lufthansa scharf kritisierte geplante Gebührenerhöhung. Allerdings könne man darüber reden, ob die für den 1. Januar 2010 beantragte Erhöhung um 8,4 Prozent um einige Monate verschoben werden. Die Höhe sei aber nicht verhandelbar, vielmehr seien in den kommenden Jahren sogar noch weitere Gebührenerhöhungen notwendig, um den Flughafenausbau zu finanzieren. Einer Gebührenerhöhung muss das hessische Wirtschaftsministerium zustimmen./rg/stw/wiz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?