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Fusion von Sunrise und Orange - Thomas Sieber wird neuer CEO (AF)

Dieser Inhalt wurde am 25. November 2009 - 09:20 publiziert

(Ergänzt um weitere Angaben zur Transaktion)
Kopenhagen/Paris (awp) - Im Schweizer Telekommarkt kommt es zu einer Konsolidierung. Die dänische TDC und France Telecom stehen vor einem Zusammenschluss ihrer jeweiligen Tochterunternehmen, Orange Schweiz und Sunrise. France Telecom soll bei Abschluss der Transaktion 1,5 Mrd EUR an TDC bezahlen und damit 75% der Aktien der kombinierten Gesellschaft halten, während TDC 25% besitzen wird. Der Vertrag werde voraussichtlich in der zweiten Hälfte Februar 2010 definitiv unterzeichnet, teilten die Muttergesellschaften am Mittwoch mit.
Das neue Unternehmen werde zum führenden alternativen Telekommunikationsanbieter in der Schweiz, hiess es. Gemeinsam kommen die beiden Unternehmen auf rund 3,4 Mio Mobilfunkkunden und einen Markanteil von rund 38% im Mobilfunk (per Ende Juni 2009) sowie auf rund 1,1 Mio Festnetz- und Breitbandkunden und einen Marktanteil von 13% beim Breitband (per Ende 2008). Der pro forma Umsatz per Ende 2008 beträgt den Angaben zufolge 3,1 Mrd CHF und der EBITDA 809 Mio CHF.
Die Synergien durch den Zusammenschluss und die Integration von Sunrise und Orange Schweiz sollen sich auf 3,2 Mrd CHF belaufen. Die geschätzten Kosteneinsparungen aus dem operativen Geschäft werden mit jährlich rund 200 Mio CHF veranschlagt, die kumulierten Integrationskosten mit rund 140 Mio CHF. Die Investitionsausgaben sollen zwischen 2010 und 2015 Synergien in der Höhe von 570 Mio CHF bringen (nach Abzug der Integrationskosten). Ab 2015 werden jährliche Einsparungen von 65 Mio CHF erwartet.
Der Verwaltungsrat der neuen Firma soll aus Vertretern von TDC und der France Telecom bestehen, wobei France Telecom die Mehrheit der Sitze halten wird. Orange-Chef Thomas Sieber wird CEO des neuen Unternehmens. Sunrise-CEO Christoph Brand bleibe, nachdem er Sunrise in den vergangenen drei Jahren sehr erfolgreich neupositioniert habe, bis zum Abschluss der Transaktion im Amt, erklärten TDC und France Telecom. Anschliessend werde er den Beginn des Integrationsprojekts überwachen, bevor er sich neuen beruflichen Aufgaben ausserhalb der Gruppe widme.
Die Vereinbarung sei der letzte Schritt von TDC, sich ganz auf die nordischen Länder zu konzentrieren, wird TDC-Finanzchef Jesper Ovesen in der Mitteilung zitiert. Gervais Pellissier, France Telecom Deputy CEO und CFO, verwies auf die langfristige Investitionsstrategie der Orange/FT Gruppe in der Schweiz. Sunrise-CEO Christoph Brand erklärte, das zusammengeführte Unternehmen werde in einer besseren Position sein, die künftig notwendigen Investitionen zu tätigen und eine aktivere Rolle bei der Gestaltung des Marktes einzunehmen. Es sei ein logischer Schritt, um die Wettbewerbsposition in der Schweiz zu verbessern.
Das neue Unternehmen verfügt über ein Aktienrückkaufprogramm für die durch TDC gehaltenen 25%. Es liegt laut Mitteilung im Ermessen des Verwaltungsrats der neuen Firma, dieses umzusetzen und dafür flüssige Mittel zu verwenden, die das neue Unternehmen generiert.
TDC kann ihren Anteil zudem frühestens zwei Jahre nach Vertragsabschluss an einen Dritten verkaufen, oder das neue Unternehmen kann frühestens nach drei Jahren an die Börse gebracht werden. Alternativ hat France Telecom nach dem ersten Jahr nach Abschluss der Transaktion laufend die Möglichkeit, eine Option auf den Anteil von TDC auszuüben und die Aktien für mindestens 1,2 Mrd EUR zusätzlich eines jährlichen Zinssatzes von 7% zu kaufen.
Im Zusammenhang mit dem Ausstieg von TDC wurde der folgende Mechanismus vereinbart: France Telecom wird TDC in den Jahren 2012, 2013 und 2014 pro Jahr 100 Mio EUR bezahlen, dies entspricht einem Net Present Value von 245 Mio EUR. Diese Zahlungen fallen in denjenigen Jahren nicht an, in denen ein Aktienrückkauf von TDC stattgefunden hat oder France Telecom ihre Call Option ausübt. Die Zahlungen können bei Eintreffen von bestimmten Exit-Szenarien (Ausübung der Call Option durch France Telecom, IPO oder Verkauf an einen Dritten) reduziert werden oder müssen rückvergütet werden.
Vor der definitiven Vertragsunterzeichnung wollen sowohl France Telecom als auch TDC eine abschliessende Due Diligence durchführen. Der Vollzug der Transaktion sei im Weiteren abhängig von der Zustimmung durch die Wettbewerbskommission, hiess es.
Die Transaktion werde für beide Aktionäre substantiellen Mehrwert generieren. Sie soll bezüglich Free Cash-Flow pro Aktie ab 2010 wirksam sein, bezüglich Gewinn pro Aktie ab dem Jahr 2011. Nach Abschluss der Transaktion will France Telecom die neue Firma voll in ihrer Bilanz konsolidieren, TDC wird ihren Anteil at equity bilanzieren.
cc/ch

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