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(neu u.a.: Akquisitionspläne, Refinanzierung, Spartenentwicklung, Analysten)
DÜSSELDORF (awp international) - Nach einem überraschend guten Auftakt für das Geschäftsjahr 2010/11 will der Pharmazulieferer Gerresheimer unter anderem durch Zukäufe kräftig wachsen. Ein erster Schritt sei durch die Übernahme des brasilianischen Verpackungsherstellers Vedat im März bereits gemacht, sagte Vorstandschef Uwe Röhrhoff am Donnerstag. Aus diesem Grund konnte das Unternehmen auch seine Umsatzprognose für das laufende Jahr deutlich anheben. An der Börse kletterte die Aktie im Vormittagshandel um rund drei Prozent und führte damit den Index mittelgrosser Werte MDax an.
Beim weiteren Wachstum legt Röhrhoff das Hauptaugenmerk auf die Schwellenländer und dort vor allem auf China, Indien und Brasilien. Weitere Akquisitionen seien geplant. "Wir haben Unternehmen in verschiedenen Regionen im Visier", sagte Röhrhoff und bekräftigte damit frühere Aussagen. Die für einen Kauf interessanten Unternehmen in Schwellenländern erzielten in der Regel einen jährlichen Umsatz von 20 bis 50 Millionen Euro. Bei Zielobjekten in Europa und den USA liege der Umsatz über 50 Millionen. Der Gerresheimer-Chef bekräftigte sein Ziel, den Umsatz in Schwellenländern bis zum Jahr 2013 auf 200 Millionen Euro zu verdoppeln.
Das erste Quartal (bis Ende Februar) ist für Gerresheimer traditionell eher schwach. Dennoch konnte der Hersteller von Spezialverpackungen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,2 Prozent auf 236,6 Millionen Euro steigern. Hauptwachstumstreiber waren Produkte wie Pharmaflaschen, Injektions-Fläschchen, Ampullen aus Glas, Insulin-Pens und Inhalatoren aus verschiedenen Sparten. Daneben ist die Nachfrage nach Kosmetikprodukten weiter gestiegen.
Gerresheimer verzeichnete in fast allen Geschäftsfeldern einen Umsatzzuwachs. Nur im Geschäftsfeld Tubular Glass (Injektionsspritzen, Ampullen, Spritzensysteme) gingen die Erlöse insgesamt um 5,8 Prozent auf 66,8 Millionen Euro zurück. Ursache war dafür eine technische Umstellung bei der Produktion von Glasspritzen im westfälischen Bünde, dem grössten Teilbereich. Der Umsatz mit Glasspritzen soll einem Gerresheimer-Sprecher zufolge im zweiten Halbjahr wieder anziehen. Vorstandschef Röhrhoff wies auch daraufhin, dass die Umsätze mit Glasflaschen in Nordamerika deutlich gestiegen seien. Auch das Kunststoffgeschäft (Plastic Systems) habe "sehr gute Zuwächse" erzielt.
Auf Grund der Übernahme von Vedat konnte Gerresheimer seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr anheben, und zwar um die von dem brasilianischen Unternehmen erwarteten Erlöse. "Vedat arbeitet ausserordentlich profitabel", sagte Röhrhoff. Der Umsatz werde nun um sieben bis acht Prozent steigen. Bislang hatte Gerresheimer eine Spanne von vier bis fünf Prozent angepeilt. Konstante Wechselkurse vorausgesetzt, würde das Unternehmen damit seine Erlöse um sechs bis sieben Prozent steigern, statt wie bisher erwartet, nur um drei bis vier Prozent.
Auch mit der Gewinnentwicklung im ersten Quartal zeigte sich Röhrhoff zufrieden. Das Konzernergebnis hat sich auf 7,1 Millionen Euro fast verdreifacht. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen(EBITDA) stieg von 38,3 Millionen auf 41,8 Millionen Euro. Experten hatten mit 41,1 Millionen Euro gerechnet. Gerresheimer will in diesem Jahr seine Gewinnmarge in dem bereits bekannten Ausmass steigern: Die bereinigte EBITDA-Marge werde 20 Prozent erreichen, kündigte Röhrhoff an. Sie lag im Vorjahr bei 20,8 Prozent. An Investitionen sind im laufenden Jahr rund 80 Millionen Euro eingeplant.
Gerresheimer konnte seine Netto-Finanzschulden im Vergleich zum Vorjahr um 84,4 Millionen auf 318,2 Millionen Euro senken. Nach den Worten von Finanzchef Hans-Jürgen Wiecha wird zudem eine hochverzinsliche Anleihe am 11. April vor Fälligkeitstermin zurückgezahlt. Sie soll noch im Laufe des ersten Halbjahres durch eine Unternehmensanleihe ersetzt werden. Wiecha verwies auch auf die verbesserte Ausgangslage für Refinanzierungen. So habe unter anderem die US-Ratingagentur Standard & Poors das Rating für Gerresheimer in den vergangenen Jahren stetig erhöht, so dass es inzwischen "Investment Grade" erreicht habe.
Experten äusserten sich positiv zu den Geschäftszahlen. Nach Ansicht der Unicredit-Analystin Silke Stegemann sind sie besser als erwartet ausgefallen. Auch seien die Wachstumstreiber für die zweite Jahreshälfte intakt. Equinet-Analyst Edouard Auberry nannte die Ergebnisse "weniger schwach als befürchtet"./jb/wiz/tw

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