Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

LONDON (awp international) - Milliardenbelastungen durch Rechtsstreitigkeiten und die Konkurrenz billigerer Nachahmermedikamente haben dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch eingebrockt. Wie andere grosse Pharmakonzerne konnte sich Glaxo nicht den Auswirkungen der Gesundheitsreform in den USA und den Preiskürzungen bei Arzneimitteln in Europa entziehen. 2010 sei das Ergebnis vor Steuern um 52 Prozent auf 4,5 Milliarden Britische Pfund (5,3 Mrd Euro) gefallen, teilte die im britischen Leitindex FTSE-100 notierte GSK am Donnerstag in London mit. Unter dem Strich wies Glaxo einen Gewinnrückgang auf 2,742 Milliarden Pfund aus nach 6,145 Milliarden im Vorjahr.
Glaxo-Chef Andrew Witty kündigte für 2010 eine um 7 Prozent höhere Dividende an und begründete dies auch mit der fortgeschrittenen Konzentration auf künftige Wachstumsfelder. Zudem sollen 2011 weitere Aktien zurückgekauft werden. Dies kam an der Börse gut an: Die Glaxo-Aktie legte am frühen Nachmittag um 3,55 Prozent auf 1167,50 Pence zu, während der FTSE-100 leicht nachgab.
4 MILLIARDEN PFUND FÜR RECHTSSTREITIGKEITEN
Kosten von rund 4 Milliarden Pfund verbuchte Glaxo im abgelaufenen Geschäftsjahr alleine für Rechtsstreitigkeiten. Ohne diese Kosten wäre das operative Ergebnis lediglich auf rund 9 Milliarden Pfund gefallen. Inklusive der Belastungen fiel es um 48 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Pfund. Der Grossteil der Kosten betraf Avandia, sagte Witty in einer Telefonkonferenz. Avandia, das mit Umsätzen von rund 3 Milliarden Dollar pro Jahr bis 2006 das zweitwichtigste Medikament für Glaxo war, kam 2010 noch auf einen Umsatz von 440 Millionen Pfund - ein Minus von 44 Prozent. In Europa war die Vermarktung wegen erhöhter Herzinfarkt-Risiken bereits im Vorjahr eingestellt worden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA schränkte den Zugang für Patienten erheblich ein.
Im weltweit wichtigsten Pharmamarkt, den USA, brachen die Erlöse um einen zweistelligen Prozentsatz ein. In den aufstrebenden Schwellenländern hingegen verbuchten die Briten erneut ein kräftiges Plus. Der Umsatz stagnierte mit 28,4 Milliarden Pfund auf dem Niveau des Vorjahres. Bei den Impfstoffen wies Glaxo einen Umsatzanstieg von 15 Prozent auf 4,3 Milliarden Pfund aus und profitierte dabei nach eigenen Angaben von neuen Produkten. Neben Arzneimittel verkauft Glaxo in seiner Consumer Healthcare-Sparte auch Mundpflegeprodukte wie Odol oder Dr. Best.
Konzernchef Witty hat den Konzern seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 umgekrempelt. Mit der Expansion in Schwellenmärkten und Wachstumsbereichen wie der Biotechnologie will er die Abhängigkeit von den westlichen Märkten reduzieren. Während 2007 noch rund 40 Prozent des Konzernumsatzes aus den westlichen Märkten wie USA oder Europa kamen, war es 2010 nur noch ein Viertel. Damit möchte der Novartis-Konkurrent Patentabläufen und der Konkurrenz durch Generikahersteller sowie staatlichen Sparprogramme begegnen./ep/stw/he

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???