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GM greift bei Opel durch - 5.300 Stellen weniger in Deutschland (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 25. November 2009 - 12:40 publiziert

RÜSSELSHEIM (awp international) - Drei Wochen nach dem abgesagten Opel-Verkauf greift General Motors (GM) bei der Tochter hart durch. Zur Sanierung will der US-Autobauer nach dpa-Informationen allein an den vier Opel- Standorten in Deutschland 5.300 Stellen streichen - das wäre fast jeder fünfte Arbeitsplatz. General Motors spart damit in Deutschland drastischer, als es der Opel-Kaufinteressent Magna geplant hatte.
Am stärksten betroffen sind das Stammwerk in Rüsselsheim mit 2.400 Stellen sowie Bochum mit 2.300 Stellen. Um jeweils 300 Arbeitsplätze geht es in den Werken Eisenach und Kaiserslautern, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Unternehmenskreisen erfuhr.
DEUTSCHLAND TRÄGT HAUPTLAST
Die Zukunft der Standorte ist damit zwar gesichert, Deutschland muss aber die Hauptlast der Restrukturierung tragen.
GM hatte Anfang November den Opel-Verkauf an den Zulieferer Magna abgesagt und sich entschlossen, Opel aus eigener Kraft zu sanieren. Dies sei die beste Möglichkeit, "langfristig und nachhaltig für den Erfolg von Opel zu sorgen", sagte GM-Europachef Nick Reilly.
BELGIEN EBENFALLS BETROFFEN
In ganz Europa summiert sich die Zahl auf 8.700 wegfallende Jobs. Nach den Plänen von General Motors schultern Deutschland sowie Belgien mit wegfallenden 2000 Arbeitsplätzen somit die grösste Last der Restrukturierung. In beiden Ländern will GM insgesamt 7.300 Stellen streichen, das wären 84 Prozent des geplanten Abbaus, hiess es in Unternehmenskreisen. Ob damit das Aus des belgischen Werks in Antwerpen bevorsteht, sei aber noch unklar. Dort montieren rund 2.580 Beschäftigte den Opel Astra.
Seine Kapazitäten in Europa streicht der GM-Konzern um 20 Prozent zusammen, kündigte der neue GM-Europachef Reilly am Mittwoch nach einem Treffen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) in Wiesbaden an.
STANDORT-GARANTIEN
Reilly hatte bereits am Vortag Standortgarantien für Bochum und Kaiserslautern abgegeben. Auch der Opel-Stammsitz in Rüsselsheim sei wegen der angekündigten Verlagerung der GM-Zentrale von Zürich nach Rüsselsheim sicher. Das Werk ist mit rund 15.600 Mitarbeitern das Herz von Opel. Das Opel-Werk im thüringischen Eisenach wird auch in Zukunft den Corsa bauen. Auch die vorrübergehend angedachte zweijährige Stilllegung des Werks sei vom Tisch, sagte Reilly nach einem Gespräch mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in Rüsselsheim. Das Werk hat 1.700 Mitarbeiter.
Der Bochumer Betriebsrat nannte die geplante Streichung von 2.300 der insgesamt 6.000 Arbeitsplätze zu hoch. "Das muss weniger werden", sagte der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel in Bochum der dpa und kündigte Widerstand an. "Wir werden die Zahlen zur Kenntnis nehmen. Akzeptieren werden wir sie nicht", sagte Einenkel. Es dürfe zumindest keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
STRUKTUR VEREINFACHEN
Auch Hessens Ministerpräsident Koch äusserte die Hoffnung, dass der Stellenabbau am Stammsitz von Opel weitgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden könne. Reilly kündigte zudem an, die Managementstruktur in der neuen Europazentrale von GM in Rüsselsheim zu vereinfachen.
Für die Sanierung von Opel benötigt GM nach Angaben von Reilly etwa 3,3 Milliarden Euro und hofft dabei auch auf Staatshilfen. Die EU-Kommission fürchtet aber einen Subventionswettbewerb der Länder und hat bereits ankündigt, mögliche Beihilfen für den Autobauer auch künftig "strikt" auf deren Vereinbarkeit mit EU-Vorschriften prüfen zu lassen.
Den Brückenkredit für Opel von 1,1 Milliarden Euro hat GM inzwischen ganz getilgt. Damit liegt Opel seit Dienstag wieder ganz in der Hand des Mutterkonzerns./mt/hus/hs/DP/stw

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