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Goldman Sachs ebnet mit Milliardengewinn Weg für Boni-Feuerwerk (AF)

Dieser Inhalt wurde am 15. Oktober 2009 - 15:50 publiziert

NEW YORK (awp international) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs ist auch im dritten Quartal ihrem legendären Ruf gerecht geworden: Wieder einmal schafften es die New Yorker, den Gewinn in schwindelerregende Höhen zu schrauben. Das bereitet den Boden für neuerliche gigantische Boni, die nahtlos an die Zeit vor der Finanzkrise anknüpfen dürften. "Ich würde erwarten, dass wir dieses Jahr mehr als letztes Jahr zahlen", sagte Finanzchef David Viniar am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Die Leistung sei ja auch deutlich besser als im vergangenen Jahr. "Fast jede unserer Sparten ist sehr gut gelaufen."
Vor allem dank blühender Geschäfte mit Währungen, Rohstoffen und Anleihen summierte sich der Gewinn von Juli bis September unterm Strich auf 3,2 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro). Bankchef Lloyd Blankfein sprach davon, dass sich die Weltwirtschaft stabilisiere und in einigen Branchen sogar zu Wachstum zurückkehre. Die Aktie büsste trotz des Beinahe-Rekordergebnisses vorbörslich 2,07 Prozent auf 188,30 US-Dollar ein. Börsianer hätten nach den starken Zahlen des Rivalen JP Morgan am Vortag mit "Fantasie-Zahlen" gerechnet, sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. "Wenn man sich aber vor Augen führt, wo Banken vor einem Jahr gestanden haben, gibt es kaum Grund zur Klage."
GOLDMAN KAM GUT DURCH DIE KRISE
Vor einem Jahr hatte die Krise den Gewinn der Bank auf 845 Millionen Dollar gedrückt. Damit schnitt Goldman Sachs im Vergleich zu vielen Konkurrenten aber immer noch exzellent ab. Die Investmentbank hatte den Zusammenbruch des US-Häusermarktes früher als andere kommen sehen. Nur in einem Quartal war das Haus in die roten Zahlen gerutscht. Im zweiten Quartal verdiente Goldman Sachs unterm Strich aber schon wieder 2,7 Milliarden Dollar. Die erhaltene Staatshilfe zahlte der Konzern als einer der ersten komplett zurück.
Am Vortag hatte der Finanzkonzern JP Morgan mit einem Paukenschlag die Berichtssaison bei den Banken eröffnet. Dank des starken Investmentbanking verdiente der Rivale 3,6 Milliarden Dollar und untermauerte damit seine Spitzenstellung in den USA. Die Citigroup dagegen musste am Donnerstag einen Verlust in nahezu gleicher Grössenordnung einräumen. Die deutschen Grossbanken legen ihre Zahlen Ende des Monats und Anfang November vor. Den Anfang macht die Deutsche Bank . Auch hier erwarten Experten wieder glänzende Ergebnisse dank der Investmentbanking-Sparte.
GOLDMAN POLIERT IMAGE AUF
Die neuerlichen Milliardengewinne heizen die Diskussion um üppige Managerboni an. Trotz hoher Verluste bekamen viele Banker auch noch im vergangenen Jahr üppige Sonderzahlungen. Goldman Sachs entlohnt seine Mitarbeiter königlich: Bankchef Blankfein selbst ist einer der Spitzenverdiener der Branche. Vor zwei Jahren kassierte er die damalige Rekordsumme von knapp 68 Millionen Dollar, für das Krisenjahr verzichtete er allerdings gemeinsam mit anderen Führungskräften freiwillig auf seine Prämie. "Über Boni wird am Ende des Jahres entschieden", sagte Finanzchef Viniar.
Bankchef Blankfein gibt sich derzeit als Vorkämpfer für eine massvolle Entlohnung. US-Medien sprachen bereits von einer Charmeoffensive. Intern hat Goldfein neue Verdienstregeln eingeführt, nach denen die hohen Prämien nur ausgezahlt werden, wenn es der Bank langfristig gut geht. Das soll verhindern, dass Mitarbeiter zu hohe Risiken eingehen, um ihren Jahresbonus hochzutreiben. Die Regierungschefs der G20-Staaten hatten sich bei ihrem zurückliegenden Treffen in Pittsburgh ebenfalls für strengere Bonusregeln ausgesprochen. Dennoch dürften wieder hunderte Goldman-Sachs-Mitarbeiter mit Millionenboni zu rechnen haben. "Wir müssen fair zu unseren Leuten sein", sagte Finanzchef Viniar, "sie haben einen guten Job gemacht."/das/zb/tw

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