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FRANKFURT (awp international) - Der überraschende Einstieg von Volkswagen beim Kohlenstoffspezialisten SGL Group hat deren Grossaktionär Skion in Alarmstimmung versetzt. "Skion sieht den Einstieg von VW bei SGL mit Distanz und Wachsamkeit", sagte am Dienstag ein Sprecher des Investmentvehikels von Susanne Klatten, die pikanterweise ebenfalls Grossaktionärin beim Autobauer und VW-Konkurrenten BWM ist.
"Wenn eine Sperrminorität erforderlich sein sollte, könnten wir diese in Kürze darstellen und unseren Anteil von derzeit 22,25 Prozent auf über 25 Prozent aufstocken", sagte der Sprecher weiter. SGL betreibt mit BMW in den USA ein Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung von Carbonfasern für den automobilen Leichtbau. BMW-Chef Norbert Reithofer wollte am Tag nach dem Bekanntwerden der Beteiligung von gut acht Prozent von VW an der SGL Group, die Sache noch nicht abschliessend bewerten. Reithofer zufolge hat VW BMW über den Einstieg zuvor nicht informiert. Die Beteiligung sei ein "interessanter Schritt", sagte Reithofer während des Genfer Autosalons. Einen Einfluss auf das Gemeinschaftsunternehmen mit SGL gebe es aber nicht.
Die SGL Group sieht keinen Interessenkonflikt in der Doppelbeteiligung. VWs Einstieg sei eine reine Finanzbeteiligung, sagte ein SGL-Sprecher. Vorstandschef Robert Koehler sieht durch das Engagement von VW als weiteren Ankeraktionär die Unabhängigkeit des Unternehmens gestärkt.
Nach Einschätzung von Commerzbank-Analystin Yasmin Moschitz will VW mit dem Schritt möglicherweise einen exklusiven Zugriff von BMW auf die Kohlefasertechnologien von SGL unterbinden. "Es klingt etwas seltsam, dass VW den Einstieg als strategisch bezeichnet, aber die Schwelle von 10 Prozent nicht überschreiten will und nicht von konkreten Projekten oder einer Zusammenarbeit spricht."
WestLB-Analyst Thomas Effler betrachtet die Transaktion als sehr positiv für die langfristige strategische Entwicklung von SGL. Mit der Unterstützung von BMW und VW sollte es dem Kohlenstoffspezialisten gelingen, die Entwicklung von hochfesten Kohlenstofffasern für Elektroautos massgeblich voranzutreiben.
"Der Volkswagen Konzern treibt das Thema Leichtbau seit langem mit grossem Engagement voran", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Montagabend in Genf, "denn das ist ein weiterer, wichtiger Schlüssel zur Reduzierung von Verbrauch und Emissionen." Die SGL Group sei einer der Marktführer für Carbonfasern und moderne Verbundwerkstoffe.
Leichtbau gilt als eines der wichtigsten Zukunftsthemen in der Automobilindustrie, weil die Autos deutlich leichter werden und damit der Spritverbrauch und die CO2-Emissionen gesenkt werden können. Auch Daimler machte erst Anfang des Jahres mit der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Carbonfaserteilen von sich reden. Der Stuttgarter Autobauer hat dazu seine Zusammenarbeit mit dem japanischen Carbonfaser-Spezialisten Roray ausgeweitet./stb/dct/chs/stk/ck

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