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(Neu: Aktueller Kurs, Experten-Einschätzung)
HANNOVER (awp international) - Der weltweit drittgrösste Rückversicherer Hannover Rück sieht sich trotz der hohen Belastungen durch das Erdbeben in Neuseeland und den Überschwemmungen in Australien auf Kurs zu seinen Zielen für 2011. "Wir gehen unverändert von einem Konzernergebnis in Höhe von rund 650 Millionen Euro aus", sagte Unternehmenschef Ulrich Wallin am Mittwoch in Hannover. 2010 verdiente der grösste Konkurrent der Marktführer Munich Re und Swiss Re unter anderem dank eines für den Versicherer positiven Urteils des Bundesfinanzhofs so viel wie noch nie - und das trotz immens hoher Kosten für Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen und dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko.
Insgesamt belasteten Grossschäden das Ergebnis mit 662 Millionen Euro deutlich mehr als eigentlich veranschlagt. Höhere Belastungen aus Grossschäden musste Hannover Rück bisher nur in den Jahren 2001 und 2005 verkraften, als vor allem die Anschläge auf das World Trade Center beziehungsweise zahlreiche Wirbelstürme wie "Katrina" in den USA das Ergebnis belasteten.
Im vergangenen Jahr fielen hingegen die Kosten für andere Geschäfte wie das mit Auto- und Industrieversicherern niedrig aus. Zudem sei das Kapitalanlagegeschäft sehr gut ausgefallen, sagte Wallin. Im laufenden Jahr rechnet er mit einem Rückgang der Belastungen aus Grossschäden auf rund 530 Millionen Euro - das wäre aber immer mehr als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre.
PERSONENGESCHÄFT SOLL STÄRKER WACHSEN
Von diesem Budget haben nach bisherigen Schätzungen alleine das Erdbeben in Neuseeland und die Überschwemmungen in Australien bis zu 250 Millionen Euro verschlungen. Wallin hofft, dass es dennoch nicht mehr als veranschlagt werden. Sollte es zudem zu keinem Einbruch an den Kapitalmärkten kommen, dürfte der um den steuerlichen Sondereffekt bereinigte Gewinn steigen. Der Unternehmenschef rechnet zudem weiter mit einem Wachstum der Prämien um fünf Prozent. Dabei will er vor allem weiter das Geschäft mit Personenversicherungen ausbauen, um so unabhängiger von dem Schadens- und Unfallgeschäft zu werden. 2010 nahm Hannover Rück bereits 45 Prozent der Prämien im Personenbereich ein. Zum Vergleich: 2006 waren es noch 30 Prozent.
2010 verdiente Hannover Rück inklusive des Sondereffekts mit 749 Millionen Euro so viel wie noch nie. Das Urteil des Bundesfinanzhofs, bei dem es um die Versteuerung von Einkünften der irischen Tochter ging, hatte das Ergebnis um rund 112 Millionen Euro nach oben getrieben - ohne diesen Effekt hätte der Gewinn rund 636 Millionen Euro betragen. Vor Zinsen und Steuern stieg der Gewinn um drei Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist weiter kräftig auf Wachstumskurs - im vergangenen Jahr stiegen die Bruttoprämien um elf Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Damit übertraf die Hannover Rück bei allen Werten die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Experten.
DIVIDENDE STEIGT - AKTIE LEGT ZU
Die Aktionäre sollen mit einer um 20 Cent auf 2,30 Euro erhöhten Dividende am Gewinnplus teilhaben - damit gibt das Unternehmen rund 37 Prozent des Gewinns weiter. Wallin will an der Dividendenpolitik festhalten und 35 bis 40 Prozent der erzielten Überschusses als Dividende auszahlen. Hauptprofiteur dabei ist der Versicherungskonzern Talanx (HD-Gerling, Neue Leben, PB Versicherungen), der die Mehrheit an der Hannover Rück hält und im laufenden Jahr damit von der Hannover Rück knapp 140 Millionen Euro an Dividende erhalten wird.
Die Hannover-Rück-Aktie legte in der ersten Handelsstunde um knapp zwei Prozent auf 41,90 Euro zu. In den vergangenen zwölf Monaten hatte sich das Papier schlechter als der MDax , aber deutlich besser als die Aktie der Munich Re entwickelt. Händler lobten in einer ersten Einschätzung die Qualität der vorgelegten Zahlen. Kepler-Experte Fabrizio Croce stufte die Ergebnisse etwa als "exzellent" ein. /zb/enl/wiz

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