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ESSEN (awp international) - Im Kampf um den Essener Baukonzern Hochtief geht der Aufsichtsrat auf Konfrontationskurs zum spanischen Angreifer ACS . Mit nur einer Ausnahme schlug das Kontrollgremium am Donnerstag sämtliche Vertreter des bisherigen Aufsichtsrats zur Wiederwahl bei der Hauptversammlung am 12. Mai vor.
Der spanische Grossaktionär ACS, der mittlerweile rund 41 Prozent an Hochtief kontrolliert, hatte deutlich mehr Sitze gefordert. Bei dem Aktionärstreffen wird nun eine Kampfabstimmung erwartet. Dabei hat ACS gute Chancen, sich durchzusetzen. Hochtief leistet seit Monaten Widerstand gegen die Übernahme durch die Spanier.
"Es ist enttäuschend, dass der Aufsichtsrat von Hochtief die marktüblichen Rechte eines Mehrheitsaktionärs missachtet", sagte eine ACS-Sprecherin in Frankfurt. Unter Berücksichtigung der nicht stimmberechtigten eigenen Aktien von Hochtief verfüge ACS sogar über 43 Prozent der Stimmen und sei damit der mit Abstand grösste Aktionär von Hochtief.
Seine Pläne für die anstehende Hauptversammlung werde ACS rechtzeitig bekanntgeben, kündigte die Sprecherin an. Bis dahin werde das spanische Unternehmen seinen Anteil an Hochtief weiter erhöhen und halte an seinem Ziel fest, bis zur Jahresmitte die Mehrheit an Hochtief zu erreichen.
Der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Marc Tüngler, zeigte sich davon überzeugt, dass es ACS gelingen werde, die eigenen Kandidaten bei der Hauptversammlung durchzusetzen. "Die werden nichts mehr anbrennen lassen", sagte Tüngler, Aus Sicht der Aktionäre sei es bedauerlich, dass es nun bei der Hauptversammlung zu einem Showdown kommen solle.
Die Haltung des Aufsichtsrats bezeichnete Tüngler als ein "letztes Aufbäumen". Im Gegensatz zum Aufsichtsrat scheine Hochtief-Chef Lütkestratkötter dagegen bereits einen "Kuschelkurs" eingeschlagen zu haben, sagte Tüngler. Lütkestratkötter hatte sich bei der Bilanzvorlage in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, Aktionäre nach ihrem jeweiligen Anteil im Aufsichtsrat zu berücksichtigen.
Auf der am Donnerstag veröffentlichten Liste des Hochtief-Aufsichtsrats stehen mit Ángel García Altozano und Marcelino Fernández Verdes wie bisher lediglich zwei ACS-Vertreter. Der Vorschlag sieht einen Wechsel vor: Als Vertreter des zweiten Grossaktionärs Katar soll Yousuf Al Hammadi das bisherige Aufsichtsratsmitglied Tilman Todenhöfer ersetzen. Katar hatte erst in der vergangenen Woche seinen Anteil an Hochtief auf gut 10 Prozent aufgestockt und ist damit zweitgrösster Hochtief-Anteilseigner.
Noch kurz vor der Veröffentlichung der Vorschlagsliste hatten Medien über einen Einigungsversuch in dem Konflikt in letzter Minute berichtet. Dazu habe ACS habe seine eigene Besetzungsliste für die acht Kontrolleure der Kapitalseite im schriftlichen Umlaufverfahren zur Abstimmung gestellt, berichtete die Zeitung. "Financial Times Deutschland" (FTD/Donnerstag).
Nach Informationen der Onlineausgabe des "manager magazins" hatte der spanische Grossaktionär vorgeschlagen, die Anzahl der ACS-Vertreter im Aufsichtsrat auf vier zu verdoppeln. Unklar ist jedoch, ob noch weitere Vertreter im Aufsichtsrat dem Lager von ACS zuzurechnen sind. Während ACS für den ehemaligen Continental-Chef Manfred Wennemer als Oberkontrolleur plädiert habe, wolle der amtierende Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp seinen Posten behalten. Wennemer ist bislang einfaches Mitglied im Hochtief-Aufsichtsrat./uta/DP/chs

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