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ESSEN (awp international) - Mitten in seinem Abwehrkampf gegen eine Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS verliert der deutsche Branchenprimus Hochtief seinen Chef. Zudem muss die im MDax notierte Gesellschaft wegen Problemen bei ihrer australischen Tochter Leigthon das Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr deutlich senken. Der bisherige Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter scheide mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 12. Mai aus dem Vorstand aus, teilte Hochtief am späten Sonntagabend mit. Dies geschehe in beiderseitigem Einvernehmen.
Lütkestratkötter hatte lange für die Unabhängigkeit des Essener Unternehmens gekämpft. Zuletzt verhandelte er eigenen Angaben zufolge mit dem Grossaktionär ACS über einen Vertrag, in dem genau das Miteinander beider Unternehmen geregelt werden soll. Mit seinem überraschenden Ausscheiden zum Aktionärstreffen tritt der 52-jährige Frank Stieler die Nachfolge an. Wie aus Aufsichtsratskreisen verlautete, gilt er als Wunschkandidat der Spanier.
Der ehemalige Siemens-Manager ist bereits seit März 2009 im Hochtief-Vorstand und verantwortet das Europa-Geschäft. Der Hochtief-Aktienkurs rutschte am Montag deutlich in die Verlustzone. Kurz nach Handelsbeginn lag das Papier mit 2,37 Prozent im Minus bei 67,13 Euro. Bereits am Freitag hatte die Aktie deutlich an Wert verloren.
VORSTEUERPROGNOSE DEUTLICH GESENKT
Mit Spannung wird die Hochtief-Hauptversammlung erwartet. Der Aufsichtsrat wird neu gewählt, und die bisherigen Mandatsträger wollten bis zuletzt keine zusätzliche Macht an ACS abtreten. Dies aber fordern die Spanier. Sie beanspruchen in dem Kontrollgremium die Hälfte der acht Sitze, die auf die Kapitaleignerseite entfallen. Bisher sind es nur zwei.
Der von Florentino Pérez geleitete spanische Konkurrent hält mittlerweile mehr als 41 Prozent an Hochtief und kann bis zur Hauptversammlung noch weiter zukaufen. Nachdem der Aktienkurs bereits kräftig gesunken ist, erwarten Marktbeobachter, dass ACS bis zum Aktionärstreffen wie geplant die Mehrheit an den Essenern halten wird.
Wegen der Probleme bei der australischen Tochter Leighton rechnet Hochtief damit, dass sich der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahr etwa halbiert. Der genaue Wert sei vom Ergebnis und Umfang der geplanten Anteilsveräusserung der Infrastrukturtochter Concessions abhängig, hiess es in einer Mitteilung vom frühen Montagmorgen. Branchenkenner rechnen mit einem Verkaufserlös für die Infrastrukturtochter bis zu einer Milliarde Euro. Im vergangenen Jahr hatte Hochtief mit 756,5 Millionen Euro einen neuen Rekord beim Vorsteuergewinn erzielt.
LEIGHTON PLANT KAPITALERHÖHUNG
Der Mitteilung zufolge sieht Hochtief die Ergebnisprognosen für 2012 und 2013 nicht beeinträchtigt. Der Konzerngewinn solle im laufenden Jahr das Niveau des Vorjahres übertreffen.
Leighton kämpft bei verschiedenen Bauprojekten in Australien mit Problemen. Teilweise dürften Verluste oder geringere Gewinne anfallen als zunächst geplant. Ausserdem fürchtet das Unternehmen bei seiner Beteiligung Habtoor Leighton Group im Nahen Osten um ausstehende Forderungen. Um sich frisches Geld zu verschaffen, will die Hochtief-Tochter ihr Kapital um 757 Millionen australische Dollar erhöhen. Die Essener wollen ihre Bezugsrechte dabei entsprechend ihrer Beteiligung ausüben. Hochtief hält mit gut 54 Prozent die Mehrheit an dem australischen Unternehmen./mne/stw/wiz

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