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HSH Nordbank schreibt weiter tiefrote Zahlen

Dieser Inhalt wurde am 26. Mai 2010 - 16:50 publiziert

HAMBURG (awp international) - Die HSH Nordbank hat zum Jahresauftakt wegen des schwachen Euro und einer verhaltenen Kreditnachfrage tiefrote Zahlen geschrieben. Trotz eines positiven Steuereffekts belief sich der Fehlbetrag unter dem Strich auf 279 Millionen Euro (Vorjahresquartal minus 210 Mio Euro), teilte das staatlich gestützte norddeutsche Institut am Mittwoch mit. Damit bleibt die HSH Nordbank das Problemkind unter den Landesbanken. Andere angeschlagene Landesinstitute die WestLB oder die BayernLB hatten im ersten Quartal Gewinne erzielt.
Neben dem schwachen Euro belasteten auch die Kosten für die staatlichen Garantien das Ergebnis. Die HSH war als eines der ersten deutschen Institute unter den staatlichen Rettungsschirm des Bankenfonds SoFFin geschlüpft, zusätzlich hatten die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg die Bank mit Kapital und Sicherheitsgarantien gestützt. Die Kosten für staatliche Garantieleistungen drückten im ersten Quartal mit insgesamt 150 Millionen Euro auf den Gewinn.
In diesem Jahr dürfte die HSH Nordbank noch nicht aus den roten Zahlen kommen. Die Bank plant, 2010 vor Restrukturierungskosten den Verlust auf 700 Millionen Euro zu reduzieren, nach gut einer Milliarde Euro im Jahr zuvor. "Wir sehen uns ungeachtet der aktuellen Schuldenkrise der Eurozone und Währungsschwankungen auf Kurs zu unserem Jahresziel. 2011 wollen wir dann auch nach den Aufwendungen für die staatlichen Unterstützungsmassnahmen einen Gewinn erzielen", sagte Nonnenmacher und bestätigte damit die bisherige Prognose.
Die aktuelle Schuldenkrise in den Euroländern bereitet Nonnenmacher keine Sorgen. "Mögliche Zahlungsausfälle in Griechenland oder anderen europäischen Ländern sehen wir relativ gelassen", sagte Nonnenmacher. Er könne sich aber vorstellen, dass der schwache Euro auch im zweiten Quartal wie schon zum Jahresauftakt das Ergebnis belasten wird. "Auf Jahressicht ist die Entwicklung schwer vorherzusehen."
Operativ sieht Nonnenmacher seine Bank inzwischen stärker dastehen als bislang. Die Risikovorsorge für faule Kredite sei um etwa 100 Millionen Euro auf 329 Millionen Euro verringert worden. Die HSH versucht allerdings derzeit mit einer Schrumpfkur ihre Bilanzsumme einzudampfen und ihre Risiken zu reduzieren. "In der Schifffahrt, die im vergangenen Jahr stark unter der Weltwirtschaftskrise gelitten hatte, hat sich die Lage zuletzt entspannt", sagte Nonnenmacher. "Zudem haben wir im Notfall direkt Zugriff auf die Schiffe".
Die HSH Nordbank hatte sich in der Finanzkrise mit faulen Wertpapieren verspekuliert, deren Risiken vom Management der Bank falsch eingeschätzt worden waren. 2008 hatte die Bank einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro aufgetürmt, im vergangenen Jahr waren es noch knapp 700 Millionen Euro Verlust. Von der Last der Staatshilfen will sich Nonnenmacher sukzessive befreien: "Wir wollen die Garantien der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein bis Ende 2014 von derzeit 10 Milliarden Euro deutlich zurückführen." Der Bürgschaftsrahmen des SoFFin sei bereits von rund 30 Milliarden Euro auf rund 17 Milliarden Euro reduziert worden.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten gegen ehemalige und aktuelle Top-Manager der Bank wegen des Verdachts der schweren Untreue sowie teilweise Bilanzfälschung. Am Mittwoch durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft Geschäftsräume der HSH Nordbank in Hamburg und Kiel sowie fünf Privatwohnungen von in Hamburg und Schleswig-Holstein. Bei den Ermittlungen geht es unter anderem um ein Geschäft mit dem Codenamen "Omega 55", das auch von dem amtierenden Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher abgezeichnet wurde. Gegen Nonnenmacher laufen ebenfalls Ermittlungen, seine Wohnung wurde jedoch nicht durchsucht. "Wir kooperieren selbstverständlich weiter mit den Behörden", sagte der HSH-Chef zu den Ermittlungen./gr/zb/stb

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