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Immobilienfonds von Morgan Stanley droht Megaverlust

Dieser Inhalt wurde am 14. April 2010 - 17:10 publiziert

NEW YORK (awp international) - Die Lage auf dem weltweiten Immobilienmarkt bleibt angespannt. Einem 8,8 Milliarden Dollar schweren Fonds, den die US-Investmentbank Morgan Stanley aufgelegt hatte, droht ein Wertverlust von knapp zwei Dritteln. Die Bank habe die Investoren - zumeist Pensionsfonds - in einem Schreiben auf die Gefahr hingewiesen, schrieb das "Wall Street Journal" am Mittwoch.
Der Wertverlust von 5,4 Milliarden Dollar wäre der höchste in der Geschichte. Er wirft ein bezeichnendes Licht auf die Lage am Immobilienmarkt: Als Spätfolge der Wirtschaftskrise stehen massenhaft Geschäftsgebäude leer, was branchenweit auf den Wert drückt. Viele Firmen sind pleitegegangen oder haben sich aus bestimmten Gegenden zurückgezogen. Selbst beste Lagen sind betroffen.
Einige Experten fürchten bereits, dass die nächste Welle der Finanzkrise droht. Nach Berechnungen des US-Kongresses schwebt fast jede Dritte der rund 8.100 Banken des Landes in Gefahr, von platzenden Darlehen für Gewerbe-Immobilien in den Abgrund gerissen zu werden. Auch viele Rentner wären betroffen: Ihre Pensionsfonds haben stark in Immobilien investiert, weil die als sichere Anlagen galten.
Zu den Immobilien im Morgan Stanley Real Estate Fund VI International gehören unter anderem das Hochhaus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, Interconti-Hotels in ganz Europa und ein grosses Immobilienprojekt in Tokio. Morgan Stanley verhandelt nun mit den Geldgebern, wie die Kosten gesenkt werden können.
Die US-Investmentbank ist nicht der einzige Spieler, der sich mit Immobilien herumplagt. Die US-Grossbank JPMorgan musste im ersten Quartal in dem Geschäft einen Verlust von 1,3 Milliarden Dollar verkraften. In New York mussten Investoren ein ganzes Stadtviertel aufgeben, weil sie ihre Kredite nicht mehr begleichen konnten./das/DP/he

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