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Implenia wird Aktionär Laxey los (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2009 - 06:40 publiziert

(Zum Teil wiederholt)
Dietlikon ZH (awp/sda) - Der jahrelange Streit löst sich in Minne auf: Der grösste Schweizer Baukonzern Implenia ist den ungeliebten Grossaktionär Laxey los. Dessen Aktienpaket wurde an verschiedene Investoren, mehrheitlich aus dem Inland verkauft. Implenia ist sehr zufrieden.
Verwaltungsratspräsident und Konzernchef Anton Affentranger äusserte sich am Samstag "äusserst erfreut" über den Ausstieg von Laxey. Die neuen Investoren, bei denen das Laxey-Paket platziert wurde, sind willkommen.
Der Verwaltungsrat stelle keine Eintragungsrestriktionen fest, sagte Affentranger an einer Telefonkonferenz. Die rund 51%, die der britische Hedgefund Laxey an Implenia gehalten hatte, sei bei privaten und institutionellen Anlegern aus der Schweiz aber auch dem Ausland platziert worden.
Insgesamt stellten diese "eine gute Mischung sehr starker und professioneller Investoren" dar. Dass auch ausländische Interessenten in Implenia investierten, freue ihn besonders, sagte Affentranger. Auch bei ihnen stehe einer Eintragung nichts im Weg.
Unter den grösseren Investoren sind Max Rössler, der seinen Anteil von 11,1 auf 13,2% aufstockte, und neu der Investor Rudolf Maag (10,8%) sowie die Göhner Stiftung (9,7%). Details zu den Veränderungen im Aktionariat will Implenia am Montag publizieren. Auch Affentranger griff beim Verkauf des Laxey-Pakets zu: Er habe 100'000 Aktien erworben, sagte er.
Die Titel wurden laut Affentranger zu einem Preis von 25 CHF verkauft. Der Preis liegt damit unter dem Kurs vom Freitag von 28 CHF, aber auch der letzten Monate.
Er begrüsse es sehr, dass Laxey für diese konstruktive Lösung Hand geboten habe. Diese sei im langfristigen Interesse von Implenia, aber auch von Laxey. Er sei froh, dass sich Laxey nach ihrem Ausstieg positiv über den grössten Schweizer Baukonzern geäussert habe.
Auch Laxey zeigt sich nach dem Ausstieg zufrieden: Implenia habe sich als "solides gutes" Investment bewährt, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit. Die erfolgreiche Platzierung der gesamten Beteiligung erlaube es Laxey, den Erlös in neue interessante Anlagen zu investieren.
Dass ein Paket von über 50% am Markt habe platziert werden können, sei "ein guter Vertrauensbeweis" in Implenia, sagte Affentranger weiter. "Ich kann mir kein besseres Zeichen vorstellen, als das." Nicht unter den Investoren sei der österreichische Bauriese Strabag, der Interesse an Teilen des Laxey-Pakets signalisiert hatte.
Für Strabag ist aber eine Übernahme von Implenia noch nicht vom Tisch. "Wir bleiben gesprächsbereicht", sagte ein Starbag-Sprecher gegenüber dem "Sonntag".
Der Hedgefund Laxey hatte am Freitagabend den Verkauf seiner gesamten Beteiligung bekanntgegeben. Im Zuge dieses Verkaufs einigten sich Implenia und Laxey, ihre rechtlichen Auseinandersetzungen gütlich zu erledigen. Die gegenseitig angestrengten und laufenden juristischen Verfahren werden zurückgezogen beziehungsweise nicht weiter verfolgt.
Beide Seiten würden die entstandenen Kosten jeweils selber tragen, sagte dazu Affentranger. Wie hoch diese für das laufende Jahr ausfallen werden, könne er noch nicht sagen. Nach der Lösung des Laxey-Problems wird sich Affentranger übrigens auf das VR-Präsidium zurückziehen, wie er ebenfalls der "Sonntag" sagte.
Damit findet der jahrelange Streit zwischen dem Baukonzern Implenia und seinem ungeliebten Mehrheitseigner Laxey ein Ende. Der britische Hedge-Fonds befand sich seit dem Einstieg im April 2007 im Dauerstreit mit der Führung des Unternehmens.
Implenia war nicht bereit, mehr als 4,9% der Laxey-Beteiligung ins Aktienregister einzutragen - obwohl Laxey rund 51% an Implenia besass.
Denn sonst hätte Implenia nach eigener Ansicht als ausländisch beherrschter Konzern gegolten und wäre in Konflikt mit der Lex Koller gekommen, die den Grundstückerwerb von Ausländern einschränkt.
ra

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