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BERLIN (awp international) - Intels Panne mit fehlerhaften Prozessoren bringt die PC-Branche derzeit ins Trudeln und zieht immer weitere Kreise. Die grossen Computer-Hersteller halten derzeit die Produktion und Auslieferung ihrer neuen Geräte zurück, die sie gerade erst auf der Fachmesse CES in Las Vegas präsentiert hatten. Auch Komponentenhersteller wie Gigabyte oder CyberPower müssen ihre Produktion stoppen. Intel hatte Anfang der Woche einen Designfehler im Chipset der neuen Prozessor-Generation "Sandy Bridge" entdeckt, der den Rechner möglicherweise ausbremsen könnte.
Der weltgrösste Computer-Bauer Hewlett-Packard hat nach eigenen Angaben die Produktion von PCs mit den betroffenen Chips bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Fehlers eingestellt. Eine für Freitag geplante Produktpräsentation in San Francisco wurde abgesagt. Möglicherweise betroffene Geräte werden nicht mehr ausgeliefert. Kunden bietet HP an, bereits gekaufte Geräte umzutauschen oder das Geld rückzuerstatten. Bei der Abwicklung arbeite HP mit Intel zusammen. Der Chiphersteller wolle zudem den betroffenen Kunden seiner Partner auf seiner Website zusätzliche Hilfestellung bieten, kündigte Intel-Sprecher Martin Strobel an.
Auch Dell hat die Auslieferung seines neusten Gaming-PCs Alienware gestoppt. Insgesamt seien vier PCs unter den Marken XPS, Vostro und Alienware betroffen, sagte ein Sprecher der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Der taiwanische PC- und Komponenten-Hersteller MSI hält derzeit die Produktion zweier Motherboards und seines Spiele- Notebooks GT680 an. Samsung will Kunden, die nach dem 9. Januar ein Gerät mit dem defekten Chip gekauft haben, ebenfalls eine Erstattung des Kaufpreises anbieten.
Bei HP sind von der Panne vor allem bestimmte Laptops und Desktop- PCs für private Verbraucher betroffen, daneben auch ein Desktop-PC, den das Unternehmen in Grossbritannien an kleine Unternehmen adressiert, sagte eine Sprecherin. Auch zwei brandneue Geräte, die HP zuletzt auf der CES in Las Vegas im Januar präsentiert hatte, seien betroffen.
Der Designfehler auf dem Chipsatz könnte potenziell die Funktionalität und Performance der Rechner oder von angeschlossenen Peripheriegeräten beeinträchtigen. Es seien aber längst nicht alle Chipsätze davon betroffen, sagte Strobel. "Bei rund fünf Prozent der Computer könnten allerdings Probleme auftreten." Um dies auszuschliessen sollen nun grundsätzlich alle Geräte mit den fraglichen Komponenten ausgetauscht werden. Betroffen seien theoretisch acht Millionen Chips, die Intel an seine OEM-Partner bereits ausgeliefert habe. Was mit den zurückgegebenen Geräten geschehen wird, ob sie entsorgt oder wieder aufbereitet werden können, sei noch nicht entschieden.
Die schnelle Reaktion und die radikale Austauschmassnahme dürfte Intel zwar teuer zu stehen kommen, wird dem Chip-Bauer allerdings auch gut zu Gesicht stehen. Vor rund 15 Jahren geriet das Unternehmen bei einem ähnlichen Fall in Teufels Küche, nachdem Intel-Manager einen Fehler im damals aktuellen Pentium-Chip zunächst heruntergespielt hatten. Mitte der 90er Jahre wurde der Fehler im Fliesskomma-Prozess von einem Wissenschaftler entdeckt. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass Intel den Fehler längst kannte. Das Unternehmen ignorierte das Problem jedoch, da es angeblich für den normalen Nutzer kaum bemerkbar sei. Dem Unternehmen drohte nach heftiger Empörung in der Branche bleibender Imageschaden.
Im aktuellen Fall hat Intel den Fehler nach eigenen Angaben bereits behoben und produziert inzwischen eine neue Version, die einwandfrei funktionieren soll. Ende Februar sollen die Prozessoren ausgeliefert werden - für die PC-Hersteller eine lange Zeit, wenn die Produktionsbänder stillstehen und die Werbeaktionen bereits gebucht sind. Intel will die Hersteller bei den Rückgabeaktionen und dem Austausch der Chips auf den Motherboards unterstützen. Der Chipkonzern geht davon aus, dass der Fehler dem Unternehmen im laufenden Jahr rund eine Milliarde Dollar kosten dürfte./rg/DP/fn

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