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SAN FRANCISCO/BERLIN (awp international) - Intel stösst bei der Entwicklung von Computer-Chips in bisher nicht dagewesene Mikrostrukturen vor. Mit der am Mittwoch vorgestellten 22 Nanometer-Technik können die Schaltungen für die Steuerung digitaler Signale noch dichter zusammengepackt werden als mit der derzeit aktuellen 32-Nanometer-Architektur. Die Produktion der neuen Chips kann laut Intel noch in diesem Jahr beginnen.
Dabei hat Intel auch das Design der Transistoren, also der Schaltungen auf dem Chip, neu entworfen, wie Intel-Manager Mark Bohr in San Francisco mitteilte: Bei diesen 3D-Transistoren mit der Bezeichnung Tri-Gate werden digitale Signale nicht nur horizontal, sondern auch in vertikaler Richtung transportiert. Solche Transistoren sollen im ersten 22-Nanometer-Mikroprozessor mit der Bezeichnung "Ivy Bridge" zum Einsatz kommen.
"Die Forscher und Ingenieure von Intel haben den Transistor neu erfunden und gehen diesmal in die dritte Generation", erklärte Vorstandschef Paul Otellini. "Auf der Grundlage dieser Fähigkeiten werden neue faszinierende Geräte entstehen, die das Bild der Welt formen", fügte Otellini in einer schriftlichen Erklärung hinzu. Moores Gesetz sei weiter gültig. Diese 1965 von Intel-Mitbegründer Gordon Moore aufgestellte Regel besagt, dass die Zahl der auf einem Chip gepackten Transistoren alle 18 bis 24 Monate verdoppelt werden kann.
Der Leistungsgewinn und die Energie-Ersparnis der 3D-Transistoren mit der Bezeichnung Tri-Gate reiche über das Ausmass bisheriger Generationswechsel hinaus, sagte Bohr während einer Pressekonferenz. "Dies gibt Produktentwicklern die Flexibilität, um die gegenwärtigen Geräte noch intelligenter zu machen und völlig neue Geräte zu ermöglichen."
Der Einstieg in die 22-Nanometer-Technik gilt in der Branche als nächste Stufe in der Chip-Entwicklung. Ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter. Intel erklärte, mit dem frühzeitigen Einstieg in die neue Technik sichere sich das Unternehmen einen deutlichen Vorsprung im Wettbewerb. Wichtigster Konkurrent ist Advanced Micro Devices (AMD) , das seine Chips unter anderem in Dresden fertigen lässt, unter der Regie des ausgegründeten Untrernehmens Globalfoundries.
Die neue Technik ermögliche es Intel, seine Führung im traditionellen Geschäft mit Prozessoren für Arbeitsplatzcomputer und Server zu behaupten, hiess es in San Francisco. Intel wolle aber auch in den neuen Geschäftsbereichen der Prozessoren für mobile Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer erfolgreich sein. Hier sei der Einstieg in die 22-Nanometer-Technik und die neuen Transistoren ein notwendiger, aber noch kein ausreichender Schritt, erklärte das Unternehmen./pz/DP/tw

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