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KIEL (awp international) - Trotz der blutigen Unruhen in Libyen droht nach Einschätzung des Rohstoffexperten Klaus-Jürgen Gern unmittelbar keine Ölkrise. "Das Ganze ist im Moment noch nicht so dramatisch", sagte der Experte am Kieler Institut für Weltwirtschaft am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Dennoch ist Gern beunruhigt. "Das Risiko ist, dass es sich ausweitet." Auch die Sicherheit der Transportwege macht ihm Sorgen. "Sollten Ölpipelines etwa zerstört werden, könnte es gefährlich werden."
Derzeit seien die Lagerbestände hoch, es gebe auch genug freie Ölreserven. Ein gutes Zeichen sei auch, dass Öl mit späterem Liefertermin an den Futures Märkten teurer sei, als Öl zur sofortigen Verwendung. "Das ist ein Preisbild, das es typischerweise gibt, wenn der Markt gut versorgt ist, also wenn man sich keine Sorgen macht, ob man morgen noch Öl bekommt", sagte Gern.
Kritisch dürfte es aber werden, wenn die Unruhen auf andere wichtige Produzentenländer, insbesondere auf Saudi-Arabien, übergriffen und dort die Produktion beeinträchtigten. "Wenn die Situation dort ausser Kontrolle gerät, weiss keiner, wo der Ölpreis letztlich landet. Dann würden wir sicher eine neue Ölkrise bekommen."
Der Volkswirt erklärte: "Im Moment ist das grösste Problem die Angst, was noch alles passieren könnte." Den derzeitigen Preisanstieg hält er noch nicht für bedrohlich; Spekulanten sieht er nicht am Werk. "Das ist wahrscheinlich etwas, was man Risikoprämie nennen kann. Man ist bereit, mehr zu zahlen für Lieferungen, die man sich jetzt sichern kann, weil man nicht weiss, wie die Lage in vier Wochen oder in drei Monaten ist." Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent war am Donnerstag in der Spitze auf 119,79 Dollar gestiegen, so hoch wie seit Ende August 2008 nicht mehr.
So lange die Produktionsausfälle auf Libyen beschränkt bleiben, droht Deutschland dem Fachmann zufolge keine Öl-Knappheit. Selbst wenn Libyen, als Lieferant an fünfter Stelle, längerfristig ausfallen sollte, könnte Saudi-Arabien einspringen - trotz der längeren Transportwege. "Es müssten entsprechende Fördermengen produziert werden, dann muss das Öl verladen werden und nach Deutschland kommen. Da gibt es ein Loch zu stopfen, aber da würden die deutschen Ölreserven ausreichen"./nik/DP/alg

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