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BONN (awp international) - Das Immobilienunternehmen IVG hat seine Probleme angepackt und arbeitet sich schrittweise aus der Krise. Der Vermieter und Entwickler grosser Gebäudekomplexe kommt wie geplant bei seinem Schuldenabbau voran und sieht Fortschritte bei der Vermietung des Grossprojekts Squaire am Frankfurter Flughafen. Der eigene Umbaukurs wird von der anziehenden Konjunktur und der damit einhergehende Erholung der Immobilienmärkte begünstigt. Im ersten Quartal legte das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,8 Prozent auf 11,1 Millionen Euro, wie die in Bonn ansässige Gesellschaft am Freitag mitteilte.
Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Konzernergebnis leicht über dem Vorjahresniveau von 23,2 Millionen Euro. In den ersten drei Monaten 2011 kletterten die Umsatzerlöse um 43,6 Prozent zur Vorjahresperiode auf 213,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum Schlussquartal 2010 wurde die Vermietungsquote des eigenen Immobilienbestands um 0,2 Prozentpunkte auf 90 Prozent verbessert. Neben der Immobilienentwicklung und -vermietung verwaltet die IVG auch Immobilienfonds und betreibt ein in der Krise stabiles Geschäft mit Öl- und Gaslagerstätten.
Börsianer beurteilten die Zahlen des Immobilienunternehmens als "wie immer gemischt". Der Umsatz sei deutlich höher als erwartet ausgefallen, der Gewinn jedoch deutlich unter den Schätzungen geblieben. Ein Händler sagte, für ihn sehe es nicht so aus, als ob von den Zahlen neue Impulse ausgingen. Zu Handelsbeginn verteuerten sich die Papiere um 0,20 Prozent auf 5,998 Euro und entwickelten sich damit etwas schlechter als der freundliche Gesamtmarkt.
Die sogenannten Kavernen sind Kernelement des Entschuldungsplans. Um die Verbindlichkeiten zu tilgen, verkauft die IVG die unterirdischen Lagerstätten an einen Fonds, den sie selbst verwaltet. Die IVG hält daran fünf Prozent, den Rest haben institutionelle Investoren gezeichnet. Im April hat das Unternehmen wie geplant 180 Millionen Euro Schulden durch die Übertragung von sechs Kavernen an den Fonds getilgt. Seit Mitte Dezember seien insgesamt 450 Millionen Euro Schulden abgetragen worden. "Das erste Quartal 2011 zeigt nun auch die ersten positiven Effekte unserer Entschuldungsstrategie, insbesondere im Finanzergebnis, in dem der Zinsaufwand im Vergleich zum Vorquartal um rund sieben Prozent gesenkt werden konnte", sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfers.
Angesichts der aktuellen energiepolitischen Diskussion erwartet das Management künftig eher einen erhöhten Bedarf an Energiespeichern. Die Speicheranlagen könnte neben den fossilen Energieträgern Öl und Gas auch alternative Energieträger wie Druckluft oder Wasserstoff aufnehmen.
Auch beim zwischenzeitlich mit Schwierigkeiten belasteten Immobilienprojekt The Squaire scheint sich die Lage aufzuhellen. "Wir sind in vielversprechenden Gesprächen mit einer grossen Anzahl von Mietinteressenten und daher optimistisch, die Vermietungsquote bis Ende 2011 von derzeit 66 Prozent in Richtung der anvisierten 80 Prozent erhöhen zu können", sagte Unternehmenschef Gerhard Niesslein.
Das Unternehmen befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase. Es würden keine neuen Entwicklungsprojekte gestartet, sondern die angefangenen Projekte abgearbeitet, betonte das Management in seinem Brief an die Aktionäre. In den nächsten beiden Jahren will sich die IVG von Gebäuden im Gesamtvolumen von rund 600 Millionen Euro trennen, um sich eine stabilere finanzielle Basis zu verschaffen. Im ersten Quartal sind den Angaben zufolge schon Gebäude im Wert von 93 Millionen Euro verkauft worden. Die IVG hatte sich zudem durch eine Kapitalerhöhung Mitte Februar rund 87 Millionen Euro frisches Geld besorgt.
Die Verbindlichkeiten stammen aus den Krisenjahren 2008 und 2009. Wegen hausgemachter Probleme und der Finanzkrise war die IVG tief in die roten Zahlen gerutscht. In beiden Jahren fiel zusammen ein Fehlbetrag von rund 610 Millionen Euro an. Im März 2009 verschaffte sich das Unternehmen mit einem Kredit Luft, um dringende Verbindlichkeiten zu begleichen. Per Ende März lagen die Finanzschulden bei 5,1 Milliarden Euro./dct/jha/tw

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