Navigation

Jahrhundertdeal für EADS mit US Air Force soll zu platzen drohen

Dieser Inhalt wurde am 02. Dezember 2009 - 12:10 publiziert

PARIS (awp international) - Dem europäischen Flugzeugbauer EADS droht Insidern zufolge der Verlust des Jahrhundertauftrags der US Air Force für 179 Tanfklugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar. Der EADS-Partner Northrop Grumman will das gemeinsame Angebot zurückziehen, wenn das US-Verteidigungsministerium weiter die Bedingungen alleine auf den Konkurrenten Boeing zuschneidet. EADS unterstütze diese Haltung, hiess es am Mittwoch aus dem Konzern.
Northrop argumentiert, das Pentagon verzichte faktisch auf die früher genannten technischen Anforderungen an die Tankflugzeuge und konzentriere sich nur noch auf den Preis. Das Boeing-Modell auf der Basis der alten B767 sei kleiner und weniger leistungsfähig als der Airbus-Tanker KC-45 von EADS/Northrop. Er sei damit aber auch billiger. Das Pentagon erklärte, es wünsche Wettbewerb, könne aber niemanden zur Teilnahme zwingen. EADS und Northrop hoffen, dass die US-Regierung bis zur offiziellen Ausschreibung im Januar ihre Haltung ändert und wieder stärker auf die Leistung des Flugzeugs setzt.
Die US-Luftwaffe will 534 alte Tankflugzeuge ersetzen. Im ersten Los geht es um 68 Maschinen für zwölf Milliarden Dollar und Folgeaufträge für 111 Flugzeuge. EADS/Northrop hatte die Ausschreibung 2008 bereits gewonnen, doch Washington hatte auf Protest des alten Lieferanten Boeing das Verfahren neu aufgerollt. Boeing bekam zudem Einblick in das Preisangebot von EADS/Northrop.
Für EADS sollte der Auftrag der Durchbruch auf dem amerikanischen Militärmarkt sein. Der Konzern wollte für den Tanker in den USA ein Werk bauen, in dem auch zivile Frachtversionen montiert werden sollten. Im US-Kongress kämpfte die Boeing-Lobby jedoch gegen Militäraufträge an Europäer. Der Airbus-Tanker A330MRTT, auf dem die KC45 beruht, hat bisher alle internationalen Ausschreibungen gegen Boeing gewonnen./hn/DP/edh

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?