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Tokio (awp/sda) - Fünf Wochen nach Beginn der Katastrophe in Japan hat der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins erste Entschädigungszahlungen angekündigt. "Wir haben beschlossen schnell zu zahlen", sagte Tepco-Chef Masataka Shimizu am Freitag an einer Medienkonferenz.
Familien rund um den havarierten Meiler sollen eine erste Entschädigungszahlung in der Höhe von einer Million Yen (knapp 11'000 Franken) erhalten. Für Alleinstehende soll es 750'000 Yen geben. Auf welche Summe sich die Schadenersatzzahlungen insgesamt belaufen werden, konnte der Tepco-Chef nicht sagen.
Seit dem Erdbeben und Tsunami Mitte März tritt Radioaktivität aus dem Atomkraftwerk aus. Wegen der Strahlung mussten tausende Menschen ihre Häuser verlassen. Wann oder ob sie jemals wieder nach Hause zurückkehren dürfen, ist unklar. Viele Bauern und Fischer in der Region fürchten um ihre Existenz.
Japans Handelsminister Banri Kaieda erklärte vor den Medien, die Regierung wolle, dass Tepco seinen Verpflichtungen möglichst rasch nachkomme, um die Betroffenen zu unterstützen. Es werde aber einige Zeit dauern, bis jeder sein Geld bekomme.
48'000 HAUSHALTE BETROFFEN
Japanischen Medien zufolge betreffen die Zahlungen insgesamt etwa 48'000 Haushalte. Nach dem Beginn der Atomkatastrophe wurde ein Gebiet im Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk evakuiert. Weitere Ortschaften ausserhalb der Evakuierungszone sollen nun ebenfalls geräumt werden.
In einem Gebiet zwischen 20 und 30 Kilometern um Fukushima Eins wurden die Menschen zunächst aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Schliesslich empfahl ihnen die japanische Regierung, die Region freiwillig zu verlassen.
Die japanische Regierung hatte den Atomunfall von Fukushima Anfang der Woche offiziell in dieselbe Kategorie eingestuft wie das Reaktorunglück in Tschernobyl 1986. Allerdings ist in Fukushima bislang nur ein Zehntel der in Tschernobyl ausgetretenen Strahlung freigesetzt worden.
ARBEITER KÄMPFEN WEITER
Unterdessen setzten die Arbeiter ihre Bemühungen fort, die beschädigten Reaktoren unter Kontrolle zu bringen. Sie füllten weiter Stickstoff in den Reaktor 1, um weitere Wasserstoffexplosionen zu verhindern. Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde soll in Kürze auch in die beiden anderen havarierten Reaktoren Stickstoff einfüllt werden.
Zudem installierten die Arbeiter weitere Stahlplatten nahe der Meerwasserzufuhr des Reaktors 2, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Tepco wolle Sandsäcke mit dem Mineral Zeolith, das radioaktives Material absorbiert, nahe der Anlage ins Meer werfen, um die radioaktive Verseuchung des Meeres zu verringern, hiess es.
NUR WENIG BRENNSTOFF AM KESSELBODEN
Nach Einschätzung von Experten, haben sich in den Atomruinen nur kleine Mengen geschmolzener Brennstoff am Boden der Druckkessel angesammelt. Demnach hat der geschmolzene Brennstoff in den havarierten Reaktoren 1 bis 3 die Form von Körnern angenommen und liegt bei relativ niedrigen Temperaturen am Boden.
Die Experten der Atomic Energy Society of Japan gehen daher nicht davon aus, dass sich am Kesselboden bereits umfangreiche Mengen an Brennstoff an gesammelt hat. Grosse Mengen bergen die Gefahr, dass sie die Reaktorgehäuse beschädigen und zu grossen radioaktiven Lecks führen könnten, hiess es.
ÄRZTE FÜR STAMMZELLEN-AUFBEWAHRUNG
Japanische Ärzte riefen unterdessen dazu auf, den Arbeitern in Fukushima sogenannte periphere Stammzellen (PBSC) aus ihrem Blut für eine mögliche Krebsbehandlung zu entnehmen.
Sollten die Arbeiter an Krebs erkranken und eine Strahlentherapie benötigen, könnten ihnen nach der Behandlung ihre eigenen Stammzellen eingesetzt werden, damit wieder neue Zellen entstehen, schrieben fünf Ärzte japanischer Kliniken in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet".
KEIN ABRATEN VON JAPANREISEN
Frankreich erklärte inzwischen, es rate seinen Bürgern mit Ausnahme des durch das Erdbeben und den Tsunami sowie den anschliessenden Atomunfall besonders betroffenen Gebiet im Nordosten der Hauptinsel Honshu nicht länger davon ab, Japan zu bereisen.
Auch die USA beschlossen, den Familien ihrer Diplomaten nicht länger das Verlassen des Landes zu empfehlen. Als Grund nannten sie die geringere Gefahr durch den Atomunfall in Fukushima. Das Schweizerische Aussenministerium EDA rät dagegen noch von nicht dringenden Reisen in den Grossraum Tokio/Yokohama ab.

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