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Tokio (awp/sda/rtd) - In Japan kämpfen die Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima 1 weiter gegen einen drohenden Super-GAU. Die Schäden gehen auf das schwere Erdbeben und den dadurch ausgelösten Tsunami am 11. März zurück. Während zwei der sechs Einzelreaktoren als stabil gelten, ist die Situation in den übrigen Blöcken weiter kritisch.
Die Arbeiter versuchen, die Pumpen des Kühlsystems in diesen vier Reaktorblöcken wieder in Gang zu bringen. Die unmittelbare Herausforderung besteht dabei darin, radioaktives Wasser aus den Kellergeschossen der Blöcke 1, 2 und 3 zu pumpen.
Die grössten Schwierigkeiten macht Block 2. Im Keller des Turbinenraums ist in Luft und Wasser eine Strahlenbelastung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde nachgewiesen worden, der höchste während dieser Krise gemessene Wert. Der Grenzwert in Japan beträgt 250 Millisievert pro Jahr.
Im Block 1 ist zwar schon ein Pumpenkreislauf in Gang gebracht worden, aber auch nach mehreren Tagen ist der Keller noch nicht leergepumpt. Die entsprechenden Systeme in Blöcken 2 und 3 müssen erst mal geräumt werden.
Wie lang wird das dauern kann, weiss niemand. Als wahrscheinlich gilt ein langer zäher Kampf mit kleinen Fortschritten, unterbrochen von Notkühleinsätzen und einzelnen Strahlungsspitzenwerten.
Aber die Ingenieure arbeiten im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Zwar brennt inzwischen im Kontrollraum wieder Licht. Die Geräte im Reaktor sind jedoch mangels Strom ausgeschaltet. Auch die Messungen im Umfeld des Reaktors werden aus einem fahrenden Auto heraus vorgenommen, weil die festen Stationen nicht wieder in Betrieb sind.
Zudem wird die Arbeit durch zerborstene Rohre, Unrat, wasserbeschädigte Ausrüstung und das Fehlen von Ersatzpumpen behindert. Auch Brände und Strahlungsunfälle sorgen für Verzögerung.
Wieder ist Block 2 das grösste Sorgenkind. Wegen der hohen Strahlenwerte im Wasser gehen Experten von einer Beschädigung des Druckbehälters wie auch von Ventilen und Rohren aus. Es könnte nach ihrer Einschätzung Monate dauern, um diesen Reaktor zu sichern.
Die grösste Gefahr droht von der Strahlung aus, die bei einem Rohrbruch austreten oder -strömen könnte. Auch das Ablassen von Dampf, um den Druck zu senken, könnte Radioaktivität freisetzen. Die Lecks würden Erde und Wasser in der unmittelbaren Umgebung belasten, Strahlungsspitzen könnten die Felder in einem grösseren Umkreis verseuchen.
Einige Experten sehen darüber hinaus die kleine, theoretische Gefahr eines grösseren Unfalls, wenn die geschmolzene Masse des Reaktorkerns durch den Fussboden durchbrechen sollte. Darunter befindet sich ein Wasserbecken.
Dabei könnte es zu hohen Temperaturen und der Bildung von Wasserstoff kommen, was wiederum die Gefahr einer Beschädigung des Schutzmantels mit sich bringt. Dieses Szenario wird insbesondere für Block 1 besprochen, dem ältesten Reaktor.
Vermutlich ja. Selbst nach einem Sichern der Reaktoren liegen Tonnen von Atommüll auf dem Gelände. Eine Betonummantelung und das Einspritzen von Blei würden zwar dafür sorgen, dass man sich gefahrlos innerhalb einiger Kilometer Entfernung von der Anlange aufhalten und leben kann.
Langfristig muss aber eine Lösung für den Müll gefunden werden, der zum Teil über Jahrtausende strahlen kann. Für eine Wiederaufbereitung dürften die Brennstäbe zu beschädigt sein, ihr Transport an andere Orte auf enormen Widerstand stossen.

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