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Bern (awp/sda) - Eine radioaktive Wolke aus Japan könnte am Mittwoch die Schweiz erreichen. Die Meteorologen und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gehen allerdings davon aus, dass die Radioaktivität so gering ist, dass sie für die Schweiz keine Gefahr darstellt.
In welcher Höhe die radioaktive Wolke die Schweiz erreiche, sei derzeit offen, sagte Ludwig Zgraggen, Meteorologe bei MeteoSchweiz, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Über 100 Stationen messen die Werte in der Atmosphäre. Für den Fall, dass die Messdaten die Schwelle von einem Mikrosievert pro Stunde überschreiten, geht bei der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) automatisch ein Alarm ein.
Im Moment geht die NAZ davon aus, dass sich die Verschmutzung aufgrund der grossen Distanz zwischen der Schweiz und Japan ausreichend verdünnt und keine Gefahr mehr darstellt. "Wir rechnen damit, dass keine besonderen Schutzmassnahmen nötig sind", sagte Christian Fuchs, Informationschef der NAZ.
Auch das für den Strahlenschutz zuständige Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet nicht mit gefährlichen Werten. Das Bild von der "radioaktiven Wolke" müsse etwas korrigiert werden, sagte Werner Zeller, Leiter der Abteilung Strahlenschutz beim BAG, am Dienstag vor den Medien.
Das BAG misst die Radioaktivität in der Schweiz laufend, rund sechs Mal pro Jahr auch in grösseren Höhen mit Flugzeugen. Wegen der Katastrophe in Japan sind nun ab Mittwoch solche Messflüge geplant. Resultate sind jeweils einen Tag nach den Messungen zu erwarten.
Für Messungen am Boden stehen - neben den über 100 Messgeräten für schnelle Resultate - fünf hochempfindliche Geräte zur Verfügung, die Resultate mit etwas Verzögerung liefern, dafür aber kleinste Spuren erfassen.
Derzeit werden mit diesen Geräten in der Schweiz Spuren von Cäsium 137 und Jod 131 gemessen, wobei dies laut Zeller nichts mit der Katastrophe in Japan zu tun hat: Das Cäsium 137 ist noch eine Folge der Katastrophe von Tschernobyl, das Jod 131 ist auf medizinische Anwendungen zurückzuführen.
In den nächsten Tagen und Wochen dürften laut Zeller die Folgen der Katastrophe in Japan in der Schweiz messbar sein. Mit hohen Werten wie damals nach Tschernobyl rechnen die Behörden aber nach wie vor nicht. Die Lage in Japan sei "sehr ernst" und "äusserst gefährlich", sagte Zeller. Im Unterschied zu Tschernobyl sei aber eher mit lokalen Auswirkungen zu rechnen.
Zeller räumte allerdings ein, dass es schwierig sei, Prognosen zu erstellen: "Wir wissen nicht, wie viel Radioaktivität in Japan in die Umwelt gelangt." Nach Tschernobyl waren in der Schweiz Werte gemessen worden, die rund 1000 Mal über den normalen Werten lagen.
Was die Lebensmittel aus Japan betrifft, sieht das BAG weiterhin keine Gefahr. Es hat aber die Oberzolldirektion mit "schwerpunktmässigen Kontrollen" beauftragt. BAG-Sprecher Daniel Dauwalder bestätigte einen Bericht von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz.
Normalerweise werden importierte Lebensmittel stichprobenartig untersucht, ab sofort liegt der Fokus auf Lieferungen aus Japan. Laut dem BAG importiert die Schweiz nur wenige Lebensmittel aus Japan.
rt

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