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Katar macht Kasse bei Barclays

Dieser Inhalt wurde am 20. Oktober 2009 - 11:40 publiziert

LONDON (awp international) - Ein Jahr nach dem rettenden Einstieg bei der britischen Grossbank Barclays macht das Emirat Katar Kasse. Die Investmentholding des Landes verkauft Aktien im Wert von knapp 1,4 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Holding-Chef Ahmad Al-Sayed bezeichnete das Geschäft am Dienstag als normale Umschichtung des Portfolios. "Das beeinflusst nicht unsere Absicht, ein langfristiger strategischer Investor bei Barclays zu bleiben."
Katar war Barclays im Oktober 2008 beigesprungen, als die Briten im Zuge der Finanzkrise dringend frisches Geld brauchten. Dank der Milliardenspritze aus der Golfregion - auch Abu Dhabi machte mit - konnte die Bank das staatliche Rettungspaket umgehen. Konkurrenten wie die Royal Bank of Scotland (RBS) oder die Lloyds Banking Group müssen bis heute unter staatlicher Diktion ihrem Geschäft nachgehen.
Katar hatte über eine Kapitalerhöhung 2 Milliarden Pfund in Barclays investiert und sich gleichzeitig das Recht zusichern lassen, später Optionen für 1,5 Milliarden Pfund zu erwerben. Die Hälfte dieser Optionen hat Katar jetzt abgenommen und zahlt Barclays dafür rund 750 Millionen Pfund, nicht einmal die Hälfte des aktuellen Börsenkurses. Im gleichen Atemzug wandelte Katar die Optionen in Aktien und verkauft diese am Markt gleich weiter. Dadurch dürfte die Investmentholding rund 650 Millionen Pfund als Gewinn einstreichen.
Für Katar war der Einstieg ohnehin ein gutes Geschäft: Seit Jahresbeginn hat sich der Wert der Barclays-Aktie versiebenfacht. Am Dienstag gab das Papier belastet von der Verkaufsabsicht jedoch um rund 5 Prozent nach. Die 379 Millionen Aktien aus dem Optionsgeschäft sollen noch im Laufe des Tages über ein Bieterverfahren neue Besitzer finden. "Katar ist unser grösster Anteilseigner und einer der wichtigsten Partner für Barlays", beruhigte Bankchef John Varley.
In London wird jetzt spekuliert, dass Katar das Geld direkt wieder in Grossbritannien investieren könnte. Konkret könne es sich dabei um den Einzelhändler Sainsbury handeln. Das im FTSE notierte Papier legte am Dienstag deutlich zu. Katar hatte bereits 2007 versucht, Sainsbury zu übernehmen, war dabei aber gescheitert und hält derzeit rund ein Viertel an dem Unternehmen./das/zb/wiz

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