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Katastrophen belasten Allianz - dennoch weiter auf Kurs (AF)

Dieser Inhalt wurde am 05. Mai 2010 - 14:55 publiziert

(neu: Aussagen von Vorstand und Aktionärsschützern, aktualisierter Aktienkurs)
MÜNCHEN (awp international) - Europas grösster Versicherungskonzern Allianz sieht sich nach einem operativen Milliardengewinn im ersten Quartal auf Kurs. Zwar trafen Naturkatastrophen wie die Winterstürme in Westeuropa und das Erdbeben in Chile die Allianz in den ersten drei Monaten mit Belastungen von mehr als einer halben Milliarde Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch auf der Hauptversammlung mitteilte. Dank deutlich besserer Ergebnisse in der Lebens- und Krankenversicherung sowie in der Vermögensverwaltung konnte der Konzern dies aber mehr als wettmachen.
Die Allianz-Aktie reagierte zeitweise mit einem deutlichen Kurssprung auf die Nachrichten. Zuletzt lag sie noch mit 0,36 Prozent im Plus bei 84,77 Euro, gehörte damit aber zu den stärksten Werten im Dax .
Das operative Ergebnis des Konzerns kletterte nach vorläufigen Zahlen zwischen Januar und März auf voraussichtlich rund 1,7 Milliarden Euro - nach 1,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Konzernchef Michael Diekmann bekräftigte vor diesem Hintergrund die Erwartungen für dieses Jahr: "Obwohl man die Zahlen des ersten Quartals natürlich nicht auf das gesamte Jahr hochrechnen kann, sind wir aus heutiger Sicht auf dem Weg, das für das Geschäftsjahr 2010 angestrebte operative Ergebnis von 7,2 Milliarden Euro plus/minus 500 Millionen Euro im Konzern zu erreichen", sagte er.
HOHE BELASTUNGEN
Voraussetzung dafür sei aber neben einem stabilen Zinsumfeld auch, dass es nicht zu weiteren Verwerfungen an den Kapitalmärkten komme - und dass Grossschäden aus Naturkatastrophen im Jahresverlauf auf das normale Niveau zurückgehen. Die Belastungen aus Naturkatastrophen in den ersten drei Monaten seien mehr als doppelt so hoch wie in einem gewöhnlichen Quartal ausgefallen. Das operative Ergebnis der Sachversicherung werde dadurch im ersten Quartal deutlich unter dem Vorjahresniveau bleiben.
Auch der weltgrösste Rückversicherer Munich Re litt in den ersten drei Monaten unter Naturkatastrophen wie dem Orkan "Xynthia" und dem Erdbeben in Chile und stellt sich auf Belastungen von brutto rund 700 Millionen Euro ein.
ZUKÄUFE DENKBAR
Im vergangenen Jahr hatte die Allianz nach der Trennung von der verlustreichen Tochter Dresdner Bank unter dem Strich 4,3 Milliarden Euro verdient, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 2,4 Milliarden Euro in den Büchern gestanden hatte. Das Kapital des Unternehmens werde man auch durch eine sorgfältige Abwägung von Übernahmen und Zukäufen schützen, versicherte der Konzernchef. "Dabei beobachten wir intensiv den Markt und werden auch nicht zögern, wenn sich Zukäufe abzeichnen, die zu unseren Zielen passen."
Aus Sicht von Aktionärsschützern hat der Konzern die Finanzkrise bisher gut gemeistert. "Die Allianz ist gut durch dieses schwierige Jahr gekommen", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und ergänzte mit Blick auf den Verkauf der Dresdner an die Commerzbank : "Kaum konzentriert sich die Allianz auf ihr Kerngeschäft, schon kann sie zeigen, was in ihr steckt." Allerdings gebe es Risiken wie die Griechenland-Krise, warnte Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger: "Nach der Krise ist möglicherweise vor der Krise."/csc/DP/stw

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