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KORR/AKTIEN FRANKFURT SCHLUSS: Dax auf Talfahrt

Dieser Inhalt wurde am 14. Mai 2010 - 19:52 publiziert

(Korrigiert wird im 1. Absatz, 3. Satz, die prozentuale Veränderung zur Vorwoche. Der Dax gewann in den vergangenen fünf Handelstagen 6 Prozent rpt knapp 6 Prozent.)
FRANKFURT (awp international) - Grosse Sorgen über die Wirtschaftssituation in der Eurozone haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag auf steile Talfahrt geschickt. Nachdem sich der Dax tags zuvor noch seinem Jahreshoch bei 6.342 Punkten wieder deutlich genähert hatte, ging er schliesslich mit minus 3,12 Prozent auf 6.056,71 Punkte in das Wochenende. In den vergangenen fünf Handelstagen verzeichnete der Leitindex damit dennoch ein Plus von 6 Prozent. Der MDax büsste am Freitag 2,58 Prozent auf 8.288,32 Punkte ein und der TecDax sank um 2,50 Prozent auf 772,40 Punkte.
Händler Stefan Söllner von der Postbank verwies für die vor allem am Nachmittag einsetzenden herben Verluste vor allem auf die sehr schwachen US-Börsen und die kräftigen Verluste des Euro, der am späten Nachmittag unter die Marke von 1,24 US-Dollar gesunken war. "Die Situation ist momentan enorm angespannt. Es herrscht eine hohe Verunsicherung über die Situation in der Eurozone." Daher hätten wohl viele Anleger ihre Gewinne mit ins Wochenende genommen.
An den anderen europäischen Aktienmärkten ging es teilweise sogar noch rasanter bergab: Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Abschlag von 4,71 Prozent auf 2633,92 Punkte. Im Pariser Cac-40-Index ging es ähnlich kräftig abwärts und in London sank der FTSE 100 um 3,14 Prozent. In den USA verloren die wichtigsten Indizes am Abend zwischen 1,7 und 2,7 Prozent.
Bemerkbar machte sich die fortwährende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung in Europa vor allem bei den Aktien des Finanzsektors. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank büssten 4,15 Prozent auf 48,750 Euro ein und für die Titel der Commerzbank ging es um 4,13 Prozent auf 6,100 Euro abwärts. Die Titel der beiden grossen Versicherer Allianz und Munich Re büssten zwischen 3,8 und 4,1 Prozent ein und im MDax sanken die Papiere der Postbank um 2,6 Prozent.
Defensive Werte aus den Pharma- und Gesundheitsbranchen konnten sich bis Handelsschluss nicht mehr gegen den Abwärtssog stemmen. Die Titel von Fresenius , Fresenius Medical Care und Merck gaben zwischen 0,2 und 1,1 Prozent nach. Aktien konjunktursensitiver Unternehmen wie die der Stahlkonzerne Salzgitter und ThyssenKrupp sowie die von Siemens standen dagegen auf den Verkaufslisten und verloren bis zu fünf Prozent.
Positiv stachen unter den wichtigsten drei deutschen Indizes dagegen die Aktien von EADS und Roth & Rau hervor. Das EADS-Papier war mit einem kräftigen Aufschlag von 5,15 Prozent auf 16,330 Euro einziger Gewinner im MDax. Der europäische Flugzeugbauer und Rüstungskonzern profitierte weniger von seinen Quartalszahlen und dem bestätigten Ausblick als von einer Studie der Deutschen Bank. Diese sieht die derzeitige Euro-Schwäche zum US-Dollar positiv für den Luft- und Raumfahrtkonzern und bezeichnete sie als dessen "wichtigster Gewinntreiber".
Im TecDax schlossen die Roth&Rau-Aktien unverändert bei 22,500 Euro. Der auf die Solarindustrie spezialisierte Anlagenbauer hatte zwar schwache Quartalszahlen gemeldet, berichtete zugleich aber auch von inzwischen wieder deutlich zunehmenden Bestellungen.
Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,41 (Vortag: 2,47) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,30 Prozent auf 126,54 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,53 Prozent auf 126,53 Punkte. Der Kurs des Euro fiel bis zum Abend kräftig auf 1,2385 US-Dollar: Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2492 (Donnerstag: 1,2587) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8005 (0,7945) Euro./ck/he

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