Navigation

KORR/Ericsson leidet unter Wirtschaftskrise - Umsatz sinkt

Dieser Inhalt wurde am 22. Oktober 2009 - 13:00 publiziert

(Korrigiert wird die Umrechnung in Euro im zweiten Absatz)
STOCKHOLM (awp international) - Die Wirtschaftskrise hat den schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson im dritten Quartal eingeholt. Eine schwächere Nachfrage nach Infrastruktur vor allem in Schwellenländern sorgte für einen Umsatzrückgang. "Das hatten wir erwartet", beschwichtigte der scheidende Unternehmenschef Carl-Henric Svanberg am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Stockholm. "Wir haben bereits gesagt, es wäre unvernünftig zu glauben, dass wir nicht von der Krise betroffen sein werden." Einen Ausblick für das Gesamtjahr wagte Svanberg nach wie vor nicht. Konkurrent Nokia Siemens Networks rechnet inzwischen mit einem Rückgang des Ausrüstergeschäfts von fünf Prozent.
Die Lage für Ericsson hat sich sichtlich verschlechtert: Im ersten Halbjahr konnte Ericsson seinen Umsatz noch steigern, nun glich das Dienstleistungsgeschäft den Rückgang beim Verkauf von Netzinfrastruktur nicht mehr aus. Der Umsatz sank zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 46,4 Milliarden Kronen (rund 4,5 Mrd. Euro). Das schickte die Aktie am Vormittag auf Talfahrt - sie verlor 8,24 Prozent auf 67,90 Kronen. "Die Zahlen liegen so weit von den Erwartungen entfernt, dass das für den Tag den Ton angeben wird", sagte ein Analyst schlicht.
KREDITKLEMME DÄMPFT NACHFRAGE
Bislang hatte sich die Telekombranche noch als vergleichsweise robust erwiesen. Nun fahren Telekom-Unternehmen aber vor allem in Schwellenländern die Investitionen in neue Netze deutlich zurück: In Lateinamerika brach der Umsatz um 18 Prozent ein, in Zentral- und Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika um 11 Prozent. Die Telekomanbieter hätten in vielen Ländern wegen der angespannten Lage an den Kreditmärkten keinen Zugang zur Finanzierung.
In führenden Industriestaaten wie China, Indien, den USA und Japan entwickele sich das Geschäft weiterhin gut, gab sich Svanberg optimistisch. Hier hilft Ericsson vor allem die steigende Nachfrage nach Mobilfunknetzen und mobilen Breitbandverbindungen. Allerdings gleiche das Wachstum bei Mobilfunknetzen der dritten Generation (3G) den Nachfragerückgang bei den älteren 2G-Technologien noch nicht aus, musste Svanberg einräumen.
UMSATZ MIT SERVICES LÄUFT
Umsatz generiert Ericsson derzeit vor allem mit Dienstleistungen für Telekombetreiber: Die Schweden hatten im dritten Quartal unter anderem neue Grossaufträge vom US-Telekomkonzern Sprint Nextel und dem kuwaitischen Betreiber Zain gewonnen, der Mobilfunknetze in vielen afrikanischen Staaten betreibt. Immer mehr Telekomunternehmen lassen ihre Netze von Netzwerkausrüstern managen, um Kosten zu sparen.
Doch auch das half Ericsson im abgelaufenen Quartal wenig: Im Stammgeschäft mit Telekommunikationsnetzwerken sank das operative Ergebnis um drei Prozent auf 5,5 Milliarden Kronen - damit verdiente Ericsson weniger als von Analysten erwartet. Die Margen konnten die Schweden aber dank des laufenden Sparprogramms stabil halten. Von der zweiten Jahreshälfte 2010 an will Ericsson die Kosten um 10 Milliarden Kronen jährlich senken.
TRENDWENDE BEI JOINT VENTURES ERWARTET
Unterm Strich verdienten die Schweden mit 800 Millionen Kronen weniger als ein Drittel dessen, was sie im Vorjahreszeitraum eingenommen hatten. Denn auch die Beteiligungen im Mobilfunkgeschäft belasteten Ericsson erneut mit ihren Verlusten. Svanberg gab sich allerdings zuversichtlich: Sowohl beim Handy-Joint-Venture Sony Ericsson als auch beim Chip-Gemeinschaftsunternehmen ST-Ericsson zeichne sich langsam eine Trendwende ab.
Welchen Einfluss das im Juli übernommene Mobilfunkgeschäft des kanadischen Ausrüsters Nortel Networks auf das Ergebnis haben werde, konnte Finanzchef Hans Vestberg noch nicht sagen. Das hänge davon ab, wann die Übernahme im vierten Quartal von den Kartellbehörden durchgewunken werde. Vestberg rückt zum Jahreswechsel an die Spitze des Unternehmens auf. Carl-Henrik Svanberg übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz beim britischen Energieunternehmen BP ./gr/stb/wiz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?