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(Korrigiert wird die entsprechende Meldung vom Dienstag, 22. Februar. Der 4. Absatz wurde neu gefasst. Das ifo Institut stellt ausdrücklich fest, dass zur Frage eines Austritts Griechenlands aus der Währungsunion keine Empfehlung abgegeben werde.)
MÜNCHEN (awp international) - Der europäische Sachverständigenrat EEAG befürchtet eine drohenden Pleite Griechenlands. Das hoch verschuldete Land könnte spätestens 2013 neue Rettungshilfen brauchen, warnt die Gruppe von Ökonomen um den Präsidenten des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, in ihrem Bericht, der der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou wollte am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin über die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes sprechen.
Der eingeschlagene Sparkurs in Griechenland reiche nicht aus, heisst es in dem EEAG-Bericht. Die Krise des Landes werde noch immer unterschätzt, so die Forscher. Griechenland werde nach Auslaufen des Rettungspakts wohl nicht in der Lage sein, sich über den Markt zu refinanzieren.
Trotz des harten Sparprogramms wächst der Schuldenberg Griechenlands. Er wird bald 160 Prozent der Wirtschaftsleistung übertreffen. Aus diesem Grund hofft Athen auf eine Streckung der Zahlungsfristen. Zudem wird hinter vorgehaltener Hand über eine Umschuldung gesprochen. Die Regierung in Athen betont jedoch immer wieder, Griechenland werde "jeden Cent" zurückzahlen und spätestens 2014 damit beginnen, den Schuldenberg abzutragen.
Doch laut Sachverständigenrat reichten die Einschnitte noch immer nicht aus. Das Gremium beschreibt als ein Szenario den Ausschluss des Landes aus der Euro-Zone. Wolle die EU ihr Rettungspaket nicht mit jahrelangen Transfers ausdehnen, blieben neben einem Schulden-Moratorium nur zwei Wege: Die Rückkehr des Landes zur alten Währung Drachme oder eine beispiellose Radikalkur, die auch niedrigere Löhne auf breiter Front einschliesse. Eine Transferunion lehnt der Rat ab; ene Empfehlung zugunsten einer anderen Lösung geben die Experten aber nicht ab.
Führende Banken gäben die Hoffnung auf eine volle Rückzahlung der Schulden bereits auf. Nach Einschätzung von Thomas Mirow, Chef der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, ist eine Umschuldung Griechenlands unumgänglich. "Es ist zu bezweifeln, dass Griechenland eine Schuldenquote von mehr als 150 Prozent dauerhaft tragen kann", sagte Mirow der Zeitung. "Die Märkte preisen eine Umschuldung schon seit längerem ein", sagte er weiter. "Damit das Land seine Probleme überwinden kann, sollte die Quote auf 100 Prozent gesenkt werden."
Demnach müsste der Schuldenerlass womöglich sogar höher ausfallen als 30 Prozent. Derweil wachse die Sorge, dass nach Griechenland und Irland auch Portugal Hilfen der europäischen Partner in Anspruch nehmen müsse. "Ich glaube, dass Portugal Hilfe braucht, um seine Schuldenprobleme zu lösen", sagte Mirow weiter./gp/hgo/DP/bgf

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