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Zürich (awp) - Die mit dem Konjunkturaufschwung wieder anschwellenden weltweiten Warenströme haben Kühne+Nagel (K+N) einen Umsatzsprung beschert. Der Umsatz des Logistikkonzerns stieg im ersten Halbjahr um 18,3% auf 9'849 Mio CHF. Von April bis Juni lag der Umsatz mit 5'245 Mio CHF sogar um fast 27% über dem Vorjahr, wie aus dem am Montag publizierten Halbjahresabschluss hervorgeht.
Anhaltende Ratenerhöhungen setzten jedoch die Gewinnmargen unter Druck. Der Halbjahresgewinn stieg mit 8,9% auf 281 Mio CHF nur unterproportional. Und der Bruttogewinn, also die Einnahmen nach Abzug der an Reedereien, Fluggesellschaften und Transporteure bezahlten Frachtraten, lag mit 2'961 Mio CHF im ersten Semester 2010 gar lediglich 1,1% über dem Vorjahreswert.
DEUTLICH MEHR LUFTFRACHT
In sämtlichen Geschäftszweigen hat K+N im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum von der Krise geprägten Vorjahr sein Ergebnis gesteigert. Die Nachfrage auf dem internationalen Seefrachtmarkt stieg kräftig, was zu Engpässen an Laderaum und Containern geführt habe. Mit rund 20% konnte K+N beim Seefrachtvolumen nach eigenen Angaben das Wachstum des Marktes überflügeln. Noch stärker fiel der Zuwachs in der Luft aus. K+N verzeichnete bei der Luftfracht einen Anstieg der Frachtmenge um 31%.
Beim Landverkehr stieg der Umsatz von K+N in einem wachsenden, aber von starkem Preisdruck geprägten Markt um 13,3%. Anders als im Vorjahr schrieb K+N mit seiner Landverkehrssparte keine roten Zahlen mehr. Um 4,7% stieg der Umsatz bei der Kontraktlogistik, das heisst mit jenen Kunden, bei denen K+N sich nebst dem eigentlichen Transport auch um die Lagerhaltung und andere logistische Belange kümmert.
ZURÜCK ZU NORMALEN MARGEN UND MEHR WACHSTUM
K+N kann die zuletzt stark steigenden Frachtraten nur mit einer Zeitverzögerung an die Kunden weitergeben. Die Raten dürften nach Auffassung des Finanzchefs Gerard van Kesteren auch im dritten Jahresviertel leicht anziehen, um sich zum Jahresende hin zu stabilisieren. "Ab dem vierten Quartal rechne ich wieder mit normalen Gewinnmargen", sagte van Kesteren im Gespräch mit AWP.
Van Kesteren ist zuversichtlich, dass der weltweite Warenstrom nachhaltig gestiegen sei und nicht wieder abebbt. Während das Wachstum in den letzten Monaten vor allem durch den Lageraufbau getrieben worden sei, habe jetzt eine echte Nachfrage eingesetzt, sagte er.
Daher setzt das Unternehmen seine Messlatte für das Gesamtjahr erneut etwas höher. Die Seefrachtsparte dürfte im laufenden Jahr ein Wachstum von 15% erzielen, sagte der Finanzchef. Bis dato peilte das Unternehmen ein Wachstum von 12% an. Für die Luftfracht veranschlagt K+N gar ein Wachstum von 23%, nach zuvor in Aussicht gestellten 15%.
Die Marktanteilsgewinne von K+N dürften daher auch in den nächsten Monaten weitergehen. Denn die Schätzungen des globalen Marktwachstums 2010 lautet für die Seefracht auf 10% und für die Luftfracht auf 18%.
Gleichwohl warnt der Logistikkonzern vor Euphorie: Die Bonitätsrisiken in einigen Ländern Südeuropas und die Lage an den Finanzmärkten erforderten nach wie vor grosse Wachsamkeit.
VERGLEICH MIT US-JUSTIZ ERST SPÄTER
Der Vergleich mit dem amerikanischen Justizministerium in Sachen Kartellrechtsuntersuchung verzögert sich etwas. "Wir haben noch keine 100%-ige Einigung, sollten sie aber im zweiten Semester erreichen", sagte der Finanzchef. Van Kesteren geht unverändert davon aus, dass die per Ende 2009 zurückgestellten 35 Mio CHF ausreichen, um die zu erwartenden Kosten aus einem Vergleich mit dem Departement of Justice zu begleichen.
K+N und diverse Mitbewerber sind seit Ende 2007 von kartellrechtlichen Untersuchungen weltweit betroffen, die sich auf vermutete Preisabsprachen für Sicherheitszuschläge nach den Ereignissen von 09/11 beziehen.
Die Aktien von K+N gehören am Montag zu den grössten Verlierern, obschon Analysten unisono von einem soliden Ergebnis sprechen. Um 15.15 Uhr notieren die Papiere 2,6% tiefer auf 110 CHF (SMI: +0,23%).
Marktteilnehmer sprechen von einer kurzfristigen Reaktion, die nicht überwertet werden dürfe. Die Aktie habe einen guten Lauf hinter sich und sei daher stattlich bewertet, hiess es mit Blick auf die Gewinnmitnahmen.
ra/mk

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