Navigation

Lufthansa lässt sich von Vulkanasche nicht beirren - Gewinnziel steht (AF)

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2010 - 14:06 publiziert

BERLIN (awp international) - Die Lufthansa lässt sich von streikenden Piloten und der Vulkanasche aus Island nicht von ihrem Gewinnkurs abbringen. "Im ersten Quartal entwickelte sich der Absatz wieder besser", sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Berlin. Der operative Gewinn soll 2010 weiterhin höher ausfallen als im Vorjahr. "Genauere Prognosen wären allerdings zu diesem Zeitpunkt unseriös", sagte Mayrhuber. Scharf kritisierten er und Aufsichtsratschef Jürgen Weber das Krisenmanagement von Politik und Behörden nach dem Vulkanausbruch in Island: Die Lufthansa hätten die Flugverbote fast 200 Mio EUR gekostet.
Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Bis zur Mittagszeit legte das Papier um 2,95% auf 12,565 EUR zu und gehörte damit zu den stärksten Werten im Dax . Analyst Ingo Schmidt von der Hamburger Sparkasse wertete die Aussagen des Lufthansa-Chefs als Zeichen für eine Konjunkturerholung. Er blieb jedoch skeptisch, ob es der Fluggesellschaft tatsächlich gelingt, 2010 unter dem Strich ein positives Ergebnis zu erwirtschaften.
KRITIK AN DER POLITIK
Vor allem Aufsichtsratschef Jürgen Weber nahm "als Luftfahrtmanager und Ingenieur" am Krisenmanagement nach dem Vulkanausbruch kein Blatt vor den Mund. "Während sich in Deutschland und anderswo ein wolkenloser Himmel über das Land spannte, begaben sich die politisch Verantwortlichen ins Wochenende." Aschekonzentration und Gefährdungsgrad seien nicht umgehend durch Messungen überprüft, Erfahrungen der Fluggesellschaften und Flugzeughersteller nicht genutzt worden .Die Verantwortlichen hätten "Milliardenschäden hingenommen". Europa dürfe sich "nicht noch einmal ein solches Armutszeugnis geben?.
Den Vorwurf von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), die Fluggesellschaft rechne Umsatzausfälle gegen die Sicherheit der Menschen auf, wertete Weber als "rufschädigend für Lufthansa und alle Lufthanseatinnen und Lufthanseaten". Mayrhuber forderte einen Lernprozess, um die Defizite im Krisenmanagement aufzuarbeiten. Heute sei klar, "dass die Gefahrensituation überschätzt und ihre Folgen unterschätzt worden sind".
ZIGTAUSEND FLUGAUSFÄLLE
Alleine im deutschen Luftraum waren infolge der Flugverbote Mitte April rund 40.000 Flüge ausgefallen; Millionen Reisende sassen fest. Der Lufthansa fehlen nun "fast eine Woche Produktionserlöse" bei erhöhten Kosten. Im Februar waren wegen eines Streiks der Piloten bereits 2.000 Flüge gestrichen worden. Die Lufthansa hatte die Belastung damals auf 48 Mio EUR beziffert.
Im eigentlichen Geschäft erkennt die Lufthansa inzwischen wieder ermutigende Anzeichen. Bei den Interkontinentalflügen gebe es eine Marktbelebung, und auch bei der Luftfracht gehe es aufwärts, sagte Mayrhuber.
DIVIDENDE IN SICHT
Nach dem Verlustjahr 2009 will die Lufthansa für 2010 wieder eine Dividende zahlen. Eine Ausschüttung solle so schnell wie möglich wieder stattfinden, und "mit dem, was wir an Massnahmen eingeleitet haben, müsste das auch 2010 wieder möglich sein", sagte Mayrhuber. Für 2009 sollen die Anteilseigner auf eine Dividende verzichten, nachdem die Lufthansa unter dem Strich einen Verlust von 112 Mio EUR eingeflogen hatte./stw/wiz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?