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FRANKFURT (awp international) - Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck will nach den jüngsten Rückschlägen sein Pharmageschäft auf mehr Effizienz und Erfolg trimmen. "Jeder Euro, den wir ausgeben, muss uns mehr als einen Euro zurückbringen", sagte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley am Freitag vor Aktionären in Frankfurt. Die Pharmaforschung solle fokussiert, unnötige Bürokratie abgebaut und Kosten gespart werden. "Das Schiff fährt in die richtige Richtung, aber die Maschine arbeitet noch nicht effizient genug." Der Ausblick für 2011 wurde bestätigt. Merck will beim Umsatz die Zehn-Milliarden-Marke knacken.
Merck hat in der Pharmasparte in der Vergangenheit trotz hoher Investitionen zu wenig neue Produkte zur Marktreife gebracht. In der Arzneimittelforschung des Dax-Konzerns war zuletzt vieles schiefgegangen. So war die Tablette Cladribin gegen Multiple-Sklerose - die grösste Medikamentenhoffnung des Unternehmens seit Jahren ? bei den Arzneimittelbehörden in Europa und den USA durchgefallen. Neben Cladribin enttäuschte auch Safinamid. Das Parkinson-Mittel konnte 2010 das erklärte Hauptziel für Verbesserungen bei Bewegungsstörungen nicht erreichen.
Der Familienkonzern zog daraufhin die Reissleine. Die Führung des Pharmageschäfts wurde ausgewechselt: Anfang des Jahres übernahm der vom amerikanischen Pharmakonzern Merck & Co kommende Stefan Oschmann die Verantwortung für die grösste Sparte Merck Serono und die rezeptfreien Alltagsprodukte (Consumer Health Care) von Elmar Schnee.
Wie dringend neue Umsatzbringer für Merck sind, zeigen die Aussagen zu dem bisher umsatzstärksten Medikament Rebif: Hier müsse sich Merck auf einen weiter zunehmenden Wettbewerb einstellen. 2011 rechnet Merck für Rebif mit einer "eher verhaltenen Umsatzentwicklung". Während die Zulassungsbehörden in Europa und den USA für das Nachfolgeprodukt Cladribin keine Zulassung erteilt haben, erhielt der Schweizer Konkurrent Novartis für sein Mittel Gilenya grünes Licht. Damit haben die Schweizer einen klaren Vorsprung. Der Markt für Multiple Sklerose-Mittel wird von Analysten weltweit auf um die zehn Milliarden Dollar geschätzt.
Der Ausblick für 2011 wurde bestätigt. Trotz aller Risiken sei Merck positiv für das Geschäftsjahr gestimmt. Die Gesamterlöse sollen in einer Spanne von 10 bis 15 Prozent steigen. Im laufenden Geschäftsjahr wollen die Darmstädter erstmals die Umsatzschwelle von 10 Milliarden Euro klar überschreiten. Beim operativen Ergebnis wird mit einem Zuwachs von 35 bis 45 Prozent gerechnet. Die Präsenz in den Schwellenländern wie China oder auch Indien soll weiter ausgebaut werden.
Ein Vertreter von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) fand überwiegend lobende Worte. Er monierte jedoch die Kursentwicklung der Merck-Aktie. Diese hat sich in den letzten Monaten schwächer als der Dax entwickelt. Ein Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kritisierte den mangelnden Erfolg der Pharmaforschung: "Die Milliarden, die in den vergangenen Jahren in die Pharmaforschung geflossen sind, haben sich bisher nicht ausgezahlt."
Für 2010 sollen an die Aktionäre 1,25 Euro je Aktie gezahlt werden - nach 1,00 Euro im Jahr davor. Der Umsatz war 2010 um fast 20 Prozent auf den Höchstwert von 9,3 Milliarden Euro gestiegen. Das operative Ergebnis erhöhte sich auf 1,11 Milliarden Euro. Unter dem Strich steht ein Überschuss von 632,1 Millionen Euro./ep/wiz

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