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Migros verkauft Migros-Uhr nicht mehr - Machtkammpf mit der Mondaine-Gruppe

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2010 - 17:34 publiziert

Zürich (awp/sda) - Mit der M-Watch reagierte die Migros in den 80er-Jahren auf den Erfolg von Swatch. Nun verkauft sie die M-Watch nicht mehr. Die Geschäftsbeziehung zwischen dem Grossverteiler und der Mondaine-Gruppe, welche die Uhren produziert, ist in die Brüche gegangen.
Ein Grund dafür ist ein Streit um die Marke M-Watch. Wie die Mondaine-Gruppe am Dienstag mitteilte, habe die Migros hinter ihrem Rücken versucht, die Markenrechte für sich geltend zu machen. Dabei sei M-Watch im Eidgenössischen Markenregister schon immer als Handelsmarke von Mondaine eingetragen.
Ronnie Bernheim, der strategische Leiter der Mondaine-Gruppe, bezeichnete das Vorgehen der Migros als "Dolchstoss". Neben dem Streit um die Marke M-Watch hat die Migros laut Mondaine aber auch versucht, immer härtere Lieferbedingungen und tiefere Preise durchzusetzen.
Für Bernheim führte sie einen "Machtkampf" gegen den Uhrenhersteller. Dieser hat nun dazu geführt, dass Mondaine die M-Watch zukünftig über andere Kanäle als die Migros verkaufen wird. Und offenbar hat auch die Migros dem Uhrenunternehmen mitgeteilt, inskünftig keine Uhren mehr zu bestellen. "Die Migros war ein wichtiger Kunde für uns, aber kein überlebenswichtiger", sagte Bernheim.
Bis neue Vertriebsverträge mit dem Detailhandel abgeschlossen seien, würden die M-Watch-Uhren nun übers Internet angeboten. Bernheim glaubt an das Potenzial der Marke M-Watch, selbst wenn die Uhren in anderen Läden verkauft werden müssen als in der Migros. "In der Schweiz können meines Erachtens jährlich M-Watch-Uhren im Wert von 10 bis 15 Mio CHF verkauft werden."
Die Migros gab am Dienstagnachmittag vorerst keine Stellungnahme zum Streit um die Marke M-Watch und die Streichung der M-Watch-Uhren aus dem Sortiment ab.
Mondaine arbeitete seit 1976 mit der Migros zusammen. Zuerst stellt sie für den orangen Riesen Digitaluhren her. Mitte der 80er-Jahre entwickelte Mondaine dann im Auftrag des Grossverteilers die M-Watch als Konkurrenz der günstigen Swatch-Uhren, die damals den Uhrenmarkt durcheinanderwirbelten.
Erst vor wenigen Wochen hat das Unternehmen im solothurnischen Biberist eine hochmodernen Fabrik in Betrieb genommen. Neben M-Watch produziert Mondaine auch Uhren unter dem eigenen Namen sowie die Marken Camel Active und Luminox. Zudem hält Mondaine auch die Lizenz an Uhren und Schmuck der Marken Joop, Esprit und Puma.
rt

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