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Munich Re machen Beben und Unwetter zu schaffen - Gewinnziel steht (AF)

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2010 - 13:00 publiziert

MÜNCHEN (awp international) - Den weltgrössten Rückversicherer Munich Re haben die Erdbeben und Unwetter im ersten Quartal schwer getroffen. Auch für das Gesamtjahr schliesst die Konzernspitze überdurchschnittlich teure Naturkatastrophen nicht aus, gibt sich jedoch optimistisch für den geplanten Mrdgewinn. "Das Ergebnis für das erste Quartal wird zeigen, dass wir auf gutem Weg hin zu unserem Jahresziel sind", sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard am Mittwoch bei der Hauptversammlung in München. Die Munich-Re-Aktie rutschte nach den Aussagen um 2,33% ins Minus auf 111,10 EUR und lag damit im schwächsten Drittel des Dax .
Zwischen Januar und März schlugen die Naturkatastrophen bei den Münchenern nach jüngsten Angaben mit etwa 700 Mio EUR zu Buche. Vor allem das Erdbeben in Chile kam sie teuer zu stehen. Die Munich Re beziffert ihre Belastung aus der Katastrophe inzwischen auf rund 500 Mio EUR, etwa 100 Mio mehr als zunächst genannt. Ausserdem musste der Versicherer für Schäden durch das Beben in Haiti, den Wintersturm "Xynthia" über Europa und zwei Hagelstürme in Australien geradestehen. Weitere Zahlen zum ersten Jahresviertel will das Unternehmen erst am 7. Mai bekanntgeben.
MEHR KATASTROPHEN
Unterdessen zeichnet sich nach dem vergleichsweise katastrophenarmen Jahr 2009 für das laufende Jahr bereits eine negativere Entwicklung ab. Die Schadenbelastung aus Naturkatastrophen dürfte sich mindestens im langjährigen Durchschnitt bewegen - möglicherweise aber auch darüber, sagte vom Bomhard. Der April steuerte zur Katastrophenbilanz bereits ein Erdbeben in China und den Vulkanausbruch in Island bei, der den Luftverkehr über Europa für mehrere Tage lahmlegte. Für die Flugausfälle müssen die Versicherer allerdings nicht geradestehen.
Der Erholung der Wirtschaft traut die Munich-Re-Führung noch nicht. "Das Schlimmste scheint überstanden", sagte von Bomhard. "Wir werden allerdings die Wachstumseinbussen des Jahres 2009 in diesem Jahr nicht wettmachen können." Offen bleibe auch, ob die Erholung nachhaltig sei. "Im Bereich der Immobilien haben wir vermutlich noch nicht alle schlechten Nachrichten gehört", sagte der Manager. Zudem müssten die Staaten den richtigen Ausstiegszeitpunkt für ihre Stützungsprogramme finden, um den Aufschwung nicht zu gefährden, aber auch keine neuen Blasen entstehen zu lassen.
KEINE RALLY-TEILNAHME
Die Munich Re setzt unterdessen auf Sicherheit statt auf eine besonders hohe Rendite. "So findet also auch weiterhin die eine oder andere kleine Rally am Kapitalmarkt ohne uns statt", sagte von Bomhard. Für das laufende Jahr erwartet die Munich Re eine Kapitalanlagerendite von unter vier%. Höhere Erträge liessen sich nur mit mehr Risiko erreichen, sagte der Vorstandschef.
Für 2009 sollen die Aktionäre eine Dividende von 5,75 EUR beschliessen, 25 Cent mehr als ein Jahr zuvor. Unterdessen hat die Munich Re ihr jüngstes Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen und bis zur vergangenen Woche eigene Anteilsscheine im Wert von einer Milliarde EUR zurückgekauft. Ein neues Rückkaufprogramm ist bislang nicht gestartet. Früheren Aussagen zufolge wollte die Munich Re seit 2007 bis zur Hauptversammlung 2011 Aktien im Wert von 5 Mrd EUR zurückkaufen. Davon steht noch 1 Mrd aus./stw/zb

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