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MÜNCHEN (awp international) - Der weltgrösste Rückversicherer Munich Re schüttet trotz eines leichten Gewinnrückgangs im Katastrophenjahr 2010 mehr Geld an seine Aktionäre aus. Die Dividende soll um 50 Cent auf 6,25 Euro je Aktie steigen, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in München mitteilte. Der Überschuss ging vorläufigen Zahlen zufolge um fünf Prozent auf 2,43 Milliarden Euro zurück und verfehlte damit knapp die Erwartungen der Branchenexperten. Für 2011 zeigte sich der Vorstand optimistischer als bislang: Der Gewinn soll ähnlich hoch ausfallen wie im vergangenen Jahr.
Zudem will der Konzern eigene Aktien zurückkaufen. Bis April 2012 soll so eine halbe Milliarde Euro an die Aktionäre zurückfliessen. Die Munich-Re-Aktie reagierte mit leichten Kursgewinnen auf die Nachrichten. Am Morgen legte das Papier um 0,13 Prozent auf 117,50 Euro zu und entwickelte sich damit etwas besser als der Dax.
ERDBEBEN UND HOCHWASSER KOSTEN MILLIARDEN
Die hohen Katastrophenbelastungen machte der Rückversicherer im abgelaufenen Jahr teilweise mit höheren Kapitalgewinnen wett: Das Kapitalanlageergebnis kletterte um fast ein Zehntel auf 8,6 Milliarden Euro.
Insgesamt schlugen Erdbeben, Überschwemmungen und Stürme bei der Munich Re mit 1,56 Milliarden Euro zu Buche. Rund die Hälfte der Schäden waren die Folge des verheerenden Bebens in Chile Ende Februar. Die bebende Erde in Neuseeland im September kommt die Munich Re wie schon andere Versicherer teurer zu stehen als gedacht: Die Belastung fällt mit 340 Millionen Euro rund anderthalb mal so hoch aus wie zuletzt angekündigt.
Noch tiefer muss die Munich Re für die Überschwemmungen in Australien in die Tasche greifen. Für das erste Hochwasser im Bundesstaat Queensland im Dezember veranschlagt der Vorstand rund 270 Millionen Euro. Die Überschwemmung der Millionenstadt Brisbane im Januar dürfte 2011 mit einer ähnlichen Summe zu Buche schlagen, hiess es. Insgesamt schätzt die Munich Re den versicherten Marktschaden bei den Fluten in Australien auf 4 bis 5 Milliarden australische Dollar (2,9-3,7 Mrd Euro)
BEITRÄGE REICHEN NICHT AUS
Wegen der Katastrophen reichten die Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung im vergangenen Jahr nicht aus, um die Kosten für Schäden und Verwaltung zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote blieb mit 100,5 Prozent wie von Analysten erwartet über der kritischen 100-Prozent-Marke. Ein Jahr zuvor hatte sie noch gut fünf Prozentpunkte niedriger gelegen.
Auch die Erstversicherungstochter Ergo kam nicht ungeschoren davon: Wegen des harten Winters und der Überschwemmungsschäden im Ausland verschlechterte sich die Schaden-Kosten-Quote von 93,2 auf 96,8 Prozent. Im vierten Quartal überstiegen die Kosten für Schäden und Verwaltung ebenfalls die kritische 100-Prozent-Marke. Insgesamt stiegen die Bruttoprämieneinnahmen der Munich Re 2010 um fast ein Zehntel auf 45,5 Milliarden Euro.
HÖHERE PREISE DURCHGESETZT
Die Neuverhandlung der Verträge in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zum Jahreswechsel verlief aus Sicht der Münchener "sehr zufriedenstellend". Rund zwei Drittel des Geschäfts in diesem Bereich stand zur Erneuerung an, davon hielt die Munich Re 84 Prozent aufrecht. Weil neue Verträge hinzukamen, kletterte das Prämienvolumen zum Stichtag um 4,1 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das Preisniveau stieg den Angaben zufolge um 0,1 Prozent, obwohl die Preise in vielen Bereichen unter Druck stehen.
stw/wiz/tw

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