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HENNIGSDORF/BERLIN (awp international) - Er soll das neue Herzstück des Regionalverkehrs der Deutschen Bahn werden - doch Hersteller Bombardier kann den in Hennigsdorf (Oberhavel) produzierten "Talent 2" noch immer nicht liefern. Zwar gebe es bereits fertig produzierte Züge, aber noch seien die nicht durch das Eisenbahn-Bundesamt zugelassen, sagte Bombardiersprecher Heiner Spannuth am Montag und bestätigte damit einen Bericht der "Märkischen Allgemeinen" vom Wochenende. Während des laufenden Zulassungsverfahrens sei eine neue Sicherheitsrichtlinie eingeführt worden, die mehr Gutachten und Tests für Zugteile wie Bremsen, Türen und Stromabnehmer vorsieht.
Bereits im Dezember 2009 sollten die ersten Züge auf den Regionalexpressstrecken von Cottbus nach Leipzig und Falkenberg (Elster) fahren. Damals gab die Bahn bekannt, dass sich die Zulassung verzögere. Im Juni 2010 könnten die modernen Züge frühestens eingesetzt werden, hiess es. Auch durch das Moseltal sollten sie schon längst rollen. Doch die insgesamt dafür gefertigten 19 Züge warten noch immer auf ihre Zulassung. "Schnellstmöglich wollen wir ausliefern", beteuerte Spannuth. Einen konkreten Termin konnte er aber nicht nennen.
Das Eisenbahn-Bundesamt verwies hingegen auf "offene Punkte" beim Zulassungsverfahren. Bombardier müsse noch Unterlagen nachliefern, sagte ein Sprecher. "Wir können keine Prognose stellen, wann die Zulassung erfolgt." Der Termin liege derzeit in den Händen des Herstellers.
Der "Talent 2" soll auch als S-Bahn in Nürnberg noch in diesem Jahr starten. Die Schulung der Lokführer war ab Juni vorgesehen. Doch auch dieses Vorhaben verzögert sich. "Wir müssen noch Software anpassen", sagte der Bombardiersprecher. Dennoch peile man weiterhin den Betriebsstart für Dezember 2010 an. "Die Produktion läuft nach Plan, 36 der bestellten 42 Züge sind fertig, 6 in der Endmontage." Zum aktuellen Stand hat die Bahn für diesen Dienstag zu einer Pressekonferenz in Nürnberg eingeladen. Vorab wollte sie sich nicht zum Thema "Talent 2" äussern.
Bombardier sieht trotz der Schwierigkeiten keine Gefahr für seinen Ruf: "Die Sicherheitsrichtlinie ist ein industrieweites Problem und betrifft nicht nur unser Unternehmen", meinte Spannuth. Einzelne Komponenten wie Bremsen oder Drehgestelle seien bereits zugelassen. "Im Zusammenspiel gibt es noch Optimierungsbedarf", räumte der Sprecher jedoch ein.
Der flexible Zug war in der Vergangenheit mit Vorschusslorbeeren bedacht worden: Im Jahr 2009 gab es den Innovationspreis Berlin- Brandenburg. Bei der Eröffnung einer neuen Fertigungshalle im Juli vergangenen Jahres hatte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hervorgehoben, dass Bahntechnik "Made in Brandenburg" ein Markenzeichen sei.
Bis heute hat die Bahn 176 Züge des neuen Typs bestellt. Im Jahr 2007 hatten die beiden Unternehmen einen Rahmenvertrag über die Lieferung von 321 Zügen im Wert von 1,2 Milliarden Euro geschlossen. Für rund 200 Millionen Euro sollen ab Ende 2011 weitere 48 Bahnen in Berlin und Brandenburg rollen, unter anderem als Flughafen-Express RE 9. Ob Bombardier wegen der verspäteten Auslieferung des "Talent 2" eine Strafe zahlen muss, sagte Sprecher Spannuth nicht. "Zu Vertragsdetails äussern wir uns nicht."/ari/DP/ang

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