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(neu: Aussagen aus Telefonkonferenz)
HELSINKI (awp international) - Der Stuhl von Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo wackelt. Medienberichten zufolge läuft hinter den Kulissen bereits die Maschinerie für die Suche nach einem möglichen Nachfolger an. Offiziell will sich das Unternehmen nicht zu den Spekulationen äussern. In einem Fernsehinterview wies Kallasvuo am Donnerstag die Gerüchte über seinen bevorstehenden Abgang zurück. Er ist zuversichtlich, das Ruder auf dem hart umkämpften Smartphone-Markt noch in diesem Jahr herumreissen zu können. Am Markt kam das gut an, die Aktie stieg am Nachmittag um mehr als drei Prozent.
Analysten waren andere Meinung. "Das Ergebnis von heute trägt nichts dazu bei, den Optimismus für Nokias nahe Zukunft zu stärken", lautet das Urteil von Gartner-Analystin Carolina Milanesi. Der Gewinnausblick für das Handygeschäft wurde nun wie angekündigt abgesenkt. Die operative Marge vor Sonderposten soll in diesem Jahr nur noch bei 10 bis 11 Prozent liegen - davor war von 11 bis 13 Prozent die Rede.
Erst Mitte Juni hatte Kallasvuo angekündigt, dass die ursprünglichen Ziele nicht gehalten werden können - die zweite Gewinnwarnung binnen kurzer Zeit. Insbesondere der harte Wettbewerb bei den teureren Smartphones macht den Finnen zu schaffen. Der schwache Euro trieb Vertriebs- und Produktionskosten in die Höhe.
Doch Kallasvuo will schon erste Anzeichen für eine Wende ausmachen und verteidigt sich. Er setzt seine Hoffnungen auf das neue Smartphone N8, das pünktlich zum Weihnachtsgeschäft in den Regalen liegen soll. "Es gibt einige Gründe für die Zukunft optimistisch zu sein." Die neue Software Symbian 3 soll den erhofften Schub bei den Smartphones-Verkaufszahlen bringen.
Das dritte Quartal, räumte Kallasvuo ein, werde aber noch einmal schwierig. Schon im zweiten Quartal war die Gewinnmarge im Handygeschäft vor Sonderposten auf 9,5 Prozent gesunken. Im dritten Quartal könnte sie noch weiter fallen. Nokia rechnet mit einer Marge von sieben bis zehn Prozent. Die Umsatzprognose sieht ähnlich aus.
Im weltweiten Vergleich schwimmen dem Branchenprimus die Felle weg. Der Marktanteil von Nokia im gesamten Handygeschäft sank im zweiten Quartal weiter, obwohl der Absatz auf 111,1 Millionen Stück gestiegen war. Weltweit sehen die Finnen den Handymarkt in diesem Jahr immer noch um zehn Prozent wachsen, doch der eigene Marktanteil soll nur stabil bleiben, bei Smartphones sogar unter dem Vorjahreswert liegen.
Der Erfolg vor allem bei den teureren Smartphones, die auch höhere Margen abwerfen, bleibt nach wie vor aus. Denn es geht nicht mehr nur um das reine Gerät: Längst sind es Software und Apps, die mit in die Kaufentscheidung der Verbraucher einfliessen. Neben Apples iPhone macht Nokia vor allem die Google-Software Android zu schaffen. Die Finnen wollen dem nun die mit Intel entwickelte Plattform Meego entgegensetzen. Sie sei für die Flaggschiffe des Smartphone-Portfolios gedacht, sagte Kallasvuo.
Nokia verdiente im Gegensatz zum kleineren Konkurrenten Sony Ericsson mit 61 Euro weniger am einzelnen verkauften Gerät als im Vorjahr und im ersten Quartal. Sony Ericsson hatte seinen Average Selling Price (ASP) zuletzt steigern können, indem mehr teure Smartphones verkauft wurden. Auch Nokia verkaufte mit 24 Millionen mehr seiner "converged devices", der Begriff schliesst sowohl Smartphones als auch mobile Computer ein. Marktanteile konnte Nokia damit aber nicht wett machen.
Insgesamt steigerte Nokia seinen Umsatz im zweiten Quartal leicht um ein Prozent auf 10,0 Milliarden Euro. Der operative Gewinn brach jedoch um ein Drittel ein. Unter dem Strich verdiente Nokia 227 Millionen Euro nach 380 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nokia-Tochter Navteq konnte Umsatz und operativen Gewinn kräftig steigern. Eine weitere Baustelle bleibt hingegen der Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN).
Statt steigender Marktanteile rechnet der Mutterkonzern nun nur noch damit, die Marktanteile konstant zu halten. Im zweiten Quartal sanken die Umsätze, operativ verbuchte NSN rote Zahlen. Laut "Wall Street Journal" denken Nokia und Siemens über einen Ausstieg aus dem 2007 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen nach. Der Vertrag läuft aber noch bis 2013. Die Übernahme von Teilen des Netzwerkgeschäfts von Motorola soll dem Geschäft von NSN neuen Schwung verleihen und die Position auf dem hart umkämpften Markt stärken. Das zumindest ist die Hoffnung des Nokia-Chefs, der erneut betonte, man werde an dem Joint Venture festhalten./ang/nmu/he

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