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(neu: Analystenkommentare, Kursreaktion)
ESPOO (awp international) - Ein Microsoft-Manager soll die Probleme des angeschlagenen Handyherstellers Nokia lösen. Der Kanadier Stephen Elop übernimmt bereits am 21. September das Ruder bei dem weltgrössten Handy-Konzern. Der ausbleibende Erfolg im Smartphone-Geschäft wurde dem bisherigen Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo zum Verhängnis. Zum ersten Mal holt Nokia damit einen Manager von aussen an die Spitze des Konzerns, der dazu kein Finne ist. An der Börse wurde der Führungswechsel mit einem Kursplus von knapp fünf Prozent an der Spitze des EuroSTOXX 50 begrüsst.
Die Finnen sind zwar weiterhin der weltweit grösste Handyhersteller, hatten aber in den vergangenen Monaten mit sinkenden Marktanteilen zu kämpfen. Es sei an der Zeit, die Erneuerung des Unternehmens voranzutreiben, sagte Verwaltungsratschef Jorma Ollila laut Mitteilung am Freitag. Ollila stand selbst mehr als zehn Jahre an der Spitze von Nokia und machte den Gummistiefel-Produzenten zum grössten Handykonzern.
Jetzt übergibt er den Führungsposten an den Microsoft-Manager Elop. Er habe die richtige Erfahrung und Führungskompetenz, um das ganze Potenzial von Nokia heben, zeigte sich Ollila überzeugt.
Der Kanadier Elop war seit 2008 Chef der Geschäftskundensparte beim Softwarekonzern Microsoft. Zuvor arbeitete er für bekannte Namen wie Juniper Networks, Adobe Systems und Macromedia. Doch schon melden sich erste Zweifler. "Ich bin nicht überzeugt, dass er die beste Wahl ist", sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi. Sie habe Elop nicht gerade als Visionär kennengelernt. Elop wird ihrer Meinung nach vor allem Entscheidungen im operativen Geschäft treffen. "Er ist nicht derjenige der, tolle Design-Lösungen einbringen wird."
Doch genau das ist das Problem von Nokia im hart umkämpften Smartphone-Markt: Die Geräte von Konkurrenten wie Apple und Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) , aber auch die mit der Google -Software Android ausgestatteten Smartphones erfreuen sich grosser Beliebtheit. In diesem Jahr musste Kallasvuo bereits zwei Gewinnwarnungen für das Handygeschäft ausgeben und räumte Defizite und Versäumnisse insbesondere bei den teureren Smartphones ein.
Was Elop allerdings mitbringt, ist Erfahrung im Softwaregeschäft und im US-Technologiemarkt. Ebenfalls zwei offene Wunden bei Nokia, wie die Analysten von Barclays feststellen. Der Start der neuen Software Symbian 3 verzögerte sich zuletzt. Sie soll den erhofften Schub bei den Smartphones-Verkaufszahlen bringen. Die mit mit Intel entwickelte Plattform Meego soll für die Flaggschiffe des Smartphone-Portfolios eingesetzt werden.
Ob Elop die Probleme von Nokia schnell richten kann, bleibt abzuwarten. Denn - wie Gartner-Analystin Milanesi feststellt: Auch Microsoft habe bislang seine Schwierigkeiten, sich auf die neue bunte Welt der Apps und mobilen Endgeräte einzustellen. Und Elop muss sich erst einmal in das Thema einarbeiten.
Gelegenheit dazu hat er auf der Nokia-Hausmesse Nokia World, die diesen Dienstag in London stattfindet. Dort soll eine ganze Reihe neuer Geräte vorgestellt werden - bereits ohne Kallasvuo. Der Chef der Handysparte, Anssi Vanjokki, der selbst zeitweise als Nachfolger gehandelt wurde, wird die Geräte präsentieren. Ob Elop auf die Bühne kommt, steht laut einer Sprecherin noch nicht fest. Alle Augen richten sich derzeit auf das neue Smartphone namens N8 - es könnte nach Einschätzung mancher Analysten endlich den lang ersehnten Durchbruch im Kampf gegen Apple bringen./ang/wag/tw

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