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(Mit Angaben zum Ausblick 2011 in den letzten beiden Abschnitten)
Basel (awp/sda) - Die Lohnpolitik des Basler Pharmakonzerns Novartis mit Top-Salären in zweistelliger Millionenhöhe bleibt umstritten. Nur 61% der Aktionäre hiessen das Vergütungssystem am Dienstag gut. Erneut gerüffelt wurden die Bezüge von Verwaltungsratspräsident Vasella.
Die 2160 Aktionäre, die an der Generalversammlung (GV) 46,5% aller Aktien vertraten, konnten erstmals über das Vergütungssystem des Konzerns abstimmen. Der Anteil der Nein-Stimmen belief sich auf 38,3%, jener der Enthaltungen auf 0,7%.
Die an der letztjährigen GV beschlossene "Say-on-Pay"-Abstimmung hat indessen nur konsultativen Charakter. Auch eine Ablehnung durch die Aktionäre wäre damit für den Konzern nicht verbindlich gewesen.
ETHOS UND ACTARES DAGEGEN
Als Gegner des Vergütungssystems traten an der zweieinhalbstündigen GV namentlich die Schweizer Aktionsgruppierungen Ethos und Actares auf, die neben der US-Anleger-Institution ISS schon im Vorfeld für ein Nein plädiert hatten. Nach der "breiten Ablehnung" verlangt Ethos nun eine Überarbeitung des Vergütungssystems und eine neue Abstimmung darüber an der GV 2012.
Ethos-Direktor Dominique Biedermann beurteilte das Vergütungssystem an der GV "nicht akzeptabel". Es stehe nicht im Einklang mit den Interessen langfristig orientierter Investoren und sei auch nicht transparent. Namentlich seien die variablen Vergütungen für die Konzernleitung im Verhältnis zum Grundsalär viel zu hoch. Bei CEO Joe Jimenez beispielsweise habe der variable Anteil 2010 fast 90% seines Lohns ausgemacht.
Kritik übte Biedermann insbesondere auch an Daniel Vasellas Entschädigung als Verwaltungsratspräsident, die sich 2010 zum Marktwert auf 25 Mio CHF belaufen habe. Das sei "völlig unangemessen". Ethos fordert von Novartis eine "glasklare Offenlegung aller Elemente" und mehr Verantwortungsbewusstsein bei der Festsetzung der Vergütungen.
Aus Sicht von Actares-Präsident Rudolf Meier hat Novartis eine Chance verpasst. An der "Selbstbedienungsmentalität" habe sich nichts verändert. Die Entschädigung, die Vasella für ein Konkurrenzverbot erhält, komme einem goldenen Fallschirm gleich.
AUCH MINDER ÄUSSERT KRITIK
In den Chor der Vasella-Kritiker stimmte auch der Unternehmer Thomas Minder ein. Er bezeichnete einen 12-Millionen-Beitrag an die Altersvorsorge Vasellas als "vorgezogene Abgangsentschädigung, Abzocke erster Güte und Diebstahl am Unternehmen". Solches sei Wasser auf die Mühlen seiner Abzockerinitiative, sagte Minder.
Vasella hatte schon zu Beginn der GV mit einem "ungewöhnlich hohen Anteil" von Nein-Stimmen für das Vergütungssystem gerechnet. Dieses wolle jedoch überdurchschnittliche Leistungen überdurchschnittlich honorieren. Novartis müsse bei der Rekrutierung von Personal konkurrenzfähig sein und bleiben und in der Pharmaindustrie seien die Vergütungen hoch.
Das Lohnsystem hat sich aus Sicht von Vasella als "effizient und klar leistungssteigernd" erwiesen. Dass das Vergütungssystem auf Langfristigkeit ausgelegt sei, beweise auch die Novartis-Pipeline, die in der Industrie einen Spitzenplatz belege.
Novartis ist übrigens nicht der erste Schweizer Pharmakonzern, bei dem sich die Aktionäre zum Vergütungssystem äussern können: Bei Roche hiessen die Aktionäre den Entschädigungsbericht 2009 in einer Konsultativabstimmung gut - mit einem Ja-Stimmen-Anteil von über 99%.
Solche klare Zustimmung erhielt Novartis indes am Dienstag bei den übrigen Traktanden. Neu in Verwaltungsrat gewählt wurde zudem Enrico Vanni. Der Schweizer Chemieingenieur sitzt unter anderem im Verwaltungsrat des Augenheilmittelkonzerns Alcon, den Novartis von Nestlé vollständig übernimmt.
AUSBLICK BESTÄTIGT
Ausserdem bestätigte Novartis den Ausblick für das Jahr 2011. Das Unternehmen rechnet damit, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse die Dynamik im Jahr 2011 aufrechterhalten und das Umsatzwachstum des Konzerns bei konstanten Währungen etwa im zweistelligen Bereich steigern zu können. Die vollen Auswirkungen der Akquisition von Alcon sollen sich wie bereits Ende Januar mitgeteilt in einer Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerten in Höhe von etwa 2,0 Mrd USD niederschlagen.
Pharmaceuticals dürfte für 2011 den Angaben zufolge ein Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Bereich verzeichnen, hiess es weiter. Das ausgewiesene Umsatzwachstum werde aufgrund der Auswirkungen der 2010 beobachteten Preissenkungen, der umfassenden Folgen der Gesundheitsreform in den USA und der Konkurrenz durch Generika niedriger ausfallen. Zudem wird für Sandoz mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich gerechnet.
dl/cc

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